DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 18. März 2009
Schweigegeld für Bernhard?
Wann kommt das böse Erwachen im Chrysler – Desaster?
Als Dieter Zetsche und Wolfgang Bernhard von ihrer Aufgabe in den USA erfuhren, sollen sie nach Augenzeugenberichten nur noch über dem Boden geschwebt sein.
Die Chance für die deutschen Manager, aus dem maroden amerikanischen Autobauer Chrysler wieder ein Unternehmen von Weltgeltung zu machen, erschien ihnen einfach gigantisch.
Für beide Mercedes – Protagonisten ging es also um die Frage
Top oder Flop.
Die Antwort ist seit der Trennung von Daimler bekannt. Der Ausflug der beiden deutschen Mercedes – Manager wurde zu einem der größten
Flops
in der mehr als hundertjährigen Automobilgeschichte.
Und dabei standen dem Manager – Duo alle Erfolgstüren offen.
Bilder prägen sich bekanntermaßen besser ins Gedächtnis ein.
Hat
Dr. Z.,
wie Dieter Zetsche in den US – Werbespots genannt wurde, nicht nur „heftig”
Chrysler – Fahrzeuge in der Werbung gegen die Wand gefahren, sondern sogar den gesamten Automobilkonzern DaimlerChrysler?
Zetsche sowie auch sein „erster Offizier” Bernhard waren voll verantwortlich für die Modellpolitik von Chrysler und somit für das heutige invalide Fahrzeugangebot des dahinsiechenden ehemaligen Automobilriesen.
Welche Ausgangsbasis
fand das Manager – Duo von Mercedes bei Amtsübernahme vor?
Ähnlich wie die beiden anderen amerikanischen Automobilkonzerne GM und Ford hatte sich auch Chrysler schwerpunktmäßig auf die Segmente der Spritfresser
SUV und PickUp
konzentriert.
Vermutlich unterschätzte das Manager – Duo die Konkurrenz aus Fernost und Europa, die mit kleineren Spritsparern für den amerikanischen Markt ihre Marktanteile systematisch schon damals auszubauen begannen.
Möglicherweise kam auch noch eine Portion Überheblichkeit dazu.
Wenn dem so gewesen ist, muss man bereits an dieser Stelle nach den tatsächlich vorhandnen Manager – Qualitäten von Zetsche und Bernhard fragen.
Man konnte also recht einfach zur damaligen Zeit absehen, dass auch in USA die heilige Kuh
„niedriger Benzinpreis”
einmal zur Schlachtbank geführt werden muss und Spritsparer vermehrt nachgefragt werden würden.
Warum haben
Zetsche und Bernhard
nicht frühzeitig das Ruder herumgeworfen und sogar den völlig brachliegenden Dieselmarkt für den amerikanischen Chrysler – Konzern mit Dieselfahrzeugen als Alleinstellungsmerkmal aufgearbeitet und zielorientiert gefördert?
Auf Basis der alten Modellplattformen und mit Bauteilen des Mercedes SLK und der
E – Klasse wurden doch die Chrysler – Modelle
„Crossfire” und „300 C”
vom Band gelassen.
Mit der ersten Frontantriebsplattform der Mercedes A – Klasse sowie mit dem Hecktriebler der Mercedes C – Klasse wären kostengünstig neue Chrysler – Modelle zu kreieren gewesen.
Selbst diese sehr nahe liegende Chance wurde vertan.
Obwohl der DRSB e.V. bereits 2005, zum Schutz und der Sicherung der deutschen
Mercedes – Arbeitsplätze
die Forderung nach der sofortigen Trennung von Chrysler stellte, erkannten
Zetsche und Bernhard
erst zwei Jahre später die wirtschaftliche Notwendigkeit.
Dass sich der Finanzinvestor
Cerberus
mit dem Kauf der Chrysler – Anteile übernommen hatte, war seriösen Bankanalysten schon beim Abschluss des Mega – Deals nicht unbekannt. Immer wieder kamen deshalb Befürchtungen auf, dass die restlichen 20% der Daimlerbeteiligung an Chrysler noch weiteres Geldverbrennen in den USA auslösen würde.
Damit dem Chrysler – Konzern der Gang zum Konkursrichter erspart blieb, gab Daimler, quasi als Trennungsgeschenk, großzügig nachrangige Darlehen, die aufgrund der miserablen wirtschaftlich Situation, der Finanzinvestor Cerberus nun sehr gerne in Eigenkapital umwandeln möchte.
Mit diesem Bilanz – Trick könnte sich Cerberus um die anstehenden Rückzahlungen der Schulden drücken.
Der DRSB e.V. beschrieb bereits im Jahr 2007 dieses Szenario, dass jeder gut ausgebildete deutsche Kaufmann leicht verstehen und erkennen konnte.
Der amtierende Daimler – Finanzvorstand
Bodo Uebber
rechnet ohnehin nicht mehr mit der Rückzahlung der großzügig gewährten Darlehen und hat höchstwahrscheinlich diese – kaufmännisch korrekt – rein vorsorglich vollständig abgeschrieben.
Wie aber nennt man das kapitalvernichtende Agieren von
Dieter Zetsche und Wolfgang Bernhard?
Versagen, Unkenntnis, Unvermögen oder gar Vorsatz?
Der noch amtierende Daimler – Chef
Dieter Zetsche
ist nach eigenen Aussagen heilfroh, dass er den Verlustbringer Chrysler losschlagen konnte, weil er dann doch erkannte, dass sonst der deutsche Daimler – Konzern vor einer existenziellen Krise bedroht würde.
Warum aber immer noch einige Medienvertreter die Trennung von Chrysler als die bisher größte Leistung des noch amtierenden Daimler – Chefs darstellen, bleibt deren unergründliches Brücken – Geheimnis.
Fakt ist, dass bereits zur DaimlerChrysler – Ära die Autosparte Mercedes fast zu Tode gespart werden musste.
Bei aller Begeisterung für die neue E – Klasse empfinden es die meisten treuen Mercedes – Kunden als äußerst beschämend, dass es sich ein deutscher Automobilhersteller heute noch wagt, neue Fahrzeuge im so genannten Premiumsegment mit nostalgischen
Fünfgang – Automatikgetrieben
anzubieten und auszuliefern, obwohl man doch vollmundig das eigene und modernste
Siebengang – Automatikgetriebe
in der Werbung herausstellt.
Sind die Käufer von Vierzylindermotoren,
aus der Sicht von Dieter Zetsche, nur noch Bürger zweiter Klasse?
Müssen auf vermutlich abgeschriebenen Fertigungsanlagen
die Gewinne hereingeholt werden, damit man dieselben erneut in den USA bei Chrysler verbrennen kann?
Wo werden zu Lasten der
deutschen Mercedes – Kunden noch weitere Sparmaßnahmen im Verborgenen durchgeführt?
Der Ex – DaimlerChrysler – Manager
Wolfgang Bernhard
[ geborener Ayerle ],
war bekanntlich doch der verantwortliche „Chefeinfädler” für den Verkauf von Chrysler an Cerberus und durfte nach seinem kurzen Gastspiel bei VW bei dem amerikanischen
Höllenhund
[ Cerberus ],
bis zu seinem unrühmlichen Abgang unterschlüpfen und Schutz suchen.
In seriösen Personalberater – Kreisen galt ab diesem Zeitpunkt die Personalie des
Ex – Mekkies Bernhard als unvermittelbar.
Dieter Zetsche und Wolfgang Bernhard
hinterließen nach ihrem Abgang bei Chrysler den amerikanischer Autobauer als Sanierungsfall.
Warum holt Zetsche den Allgäuer jetzt zurück nach Mercedes?
Was weiß der umtriebige Wirtschafsingenieur aus dem Allgäu, dass dem noch amtierenden Daimler – Chef
Dieter Zetsche
gefährlich werden könnte?
Branchen – Insider rätseln schon:
Erhält Bernhard Gnadenbrot oder Schweigegeld?
In Branchenkreisen gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass der Daimler – Konzern zusätzliche Hilfestellung für Chrysler leisten könnte oder möchte.
Schließlich war und ist das klar formulierte Ziel die komplette Trennung von Chrysler.
Mit welcher Berechtigung stellen
die Manager von Cerberus erneut Forderungen an Daimler?
Gibt es eventuell
geheime Nebenabsprachen, die Bernhard und / oder Zetsche getroffen haben?
Sind womöglich sogar Kick – Backs im Spiel?
Als 30 – jähriger Unternehmensberater von McKinsey war der heute 48 – jährige Bernhard in das Mercedes – Werk in Stuttgart – Untertürkheim gekommen, um die Entwicklung eines Fünfgang – Automatikgetriebes zu begleiten.
Dieses Getriebe wird immer noch in Chrysler – Modelle eingebaut.
Damals war der Aufstieg des McKinsey – Beraters, mit der Berufung als Deputy Member in den Vorstand der DaimlerChrylser AG eine Revolution im Konzern, denn Bernhard übersprang ohne erkennbaren Grund gleich mehrere Hierarchiestufen.
Eindruck hinterließ damals der Ex – Mekkie auch bei den Mercedes – Betriebsräten, aber leider nur einen äußerst zwiespältigen.
Es gab ständig erhebliche Schwierigkeiten mit dem Betriebsrat, denn Bernhard nahm keinerlei Rücksicht auf die Mitarbeiter.
Dieter Zetsche und Wolfgang Bernhard
kannten sich damals eher flüchtig.
Bedingt durch die gemeinsame Zeit in den USA scheint sich das gravierend geändert zu haben.
Seit Detroit gelten beide als befreundet.
Kommt nun das böse Erwachen im Chrysler – Desaster für Zetsche?
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