DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Bretton Woods
oder:
Wie viel deutsche Steuergelder kostet der Irak – Krieg?
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 16. Februar 2007
Noch vor dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde in einem kleinen nordamerikanischen Ort versucht, ein stabiles Wechselkurssystem herzustellen.
Am 22. Juli 1944 wurde auf der Konferenz von
Bretton Woods
New Hampshire >< USA
von 44 Staaten ein möglichst stabiles Währungssystem beschlossen.
Das Hauptziel der Amerikaner war die reibungslose und von Handelsbarrieren befreite Abwicklung des Welthandels bei festen Wechselkursen, natürlich nach US – Vorstellungen.
Der Wert jeder Währung wurde fortan in US – Dollar festgelegt und als „Sicherheit” der Wert des Dollars in Gold.
Die
Bretton – Woods – Überlegungen
brachten Organisationen und Institutionen ins Spiel, wie den
Internationalen Währungsfonds
( IWF )
( englisch: International Monetary Fund )
( IMF ),
der als eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen als Schwesterorganisation der Weltbank – Gruppe bis heute agiert und den Sitz in Washington, D.C., USA hat.
Für die Amerikaner war
Bretton Woods
ein voller Erfolg, wenn man die unterschiedlichen Vorstellungen in den beiden Plänen der Amerikaner und die unterschiedliche Ausgangslagen durchleuchtet.
Geschwächt durch die Kriegsfolgen waren die Briten in eine ausgeprägte und unangenehme Schuldnerposition mit einem starken Handelsdefizit gerutscht.
Als Gläubigernation
traf genau das Gegenteil auf die Amerikaner zu.
Da war das Bretton – Woods – System ein ideales, vorteilhaftes Werkzeug, dem eigenen Raubtierkapitalismus zu frönen.
Schon 15 Jahre später im Jahr 1959 begann das Bretton – Woods – System zu schwächeln.
Der in Belgien geborene amerikanische Ökonom
Robert Triffin
machte auf einen Konstruktionsfehler des Bretton – Woods – Systems aufmerksam, das wegen der Tragweite auch als
Triffin – „Dilemma”
in die Welt – Finanz – Geschichte einging.
Das
Triffin – „Dilemma”
ist sehr einfach und einleuchtend zu erklären:
Nur für die Zeit, in der die USA keine großen Außenhandelsdefizite aufzuweisen hatten und der Dollar auf dem Weltmarkt sehr knapp war, konnte das
Bretton – Woods – System
reibungslos funktionieren.
Kleinere wirtschaftspolitische Schwankungen in den USA führten bereits zur Invalidität.
Ein totaler Zusammenbruch
des Systems war somit nur eine Frage der Zeit.
Aufgrund der extrem hohen Kosten des Vietnam – Krieges kam es > wie zu erwarten war < zu einer Schwächung des US – Dollars.
Bekanntlich wissen sich US – Politiker aus jeder schwierigen Lage zu befreien. Aus den vorgenannten Gründen wurden also die Druckerpressen der US – Notenbank angeschmissen und tonnenweise „neue” Dollarscheine gedruckt.
Bedauerlicherweise vergaßen die handelnden Politiker die Absicherung der neuen Dollarscheine durch Gold und überschwemmten die Finanzwelt durch Erhöhung der Geldmenge.
Die ursprünglich vereinbarte Bindung des Dollars an das Gold und die damit verbundene Goldeinlösegarantie der USA wurde nicht mehr eingehalten.
Die dem System angeschlossenen Staaten mussten Dollars aufkaufen, damit ein Wechselkurs zu halten war, welcher mit dem realen Wert des Dollars nicht mehr übereinstimmte.
Als Frankreich 1969 seine Dollarreserven in Gold einlösen wollte, waren die
USA international zahlungsunfähig,
weil die US – Goldreserven nicht einmal ausreichten, um die Forderungen eines einzigen Mitglieds – Staates zu erfüllen.
1971 kam verschärfend hinzu, dass der damalige US – Präsident Richard Nixon einseitig die Verpflichtung auflöste, den Dollar in Gold einzulösen.
Bis zu dieser Nixon – Handlung waren die USA völlig autonom in ihrer Währungs- und Geldpolitik, während alle anderen Mitglieder des
Bretton – Woods – Systems
ihren Wechselkurs gegenüber dem Dollar durch Devisenmarktinterventionen ständig sicherstellen mussten.
Nach der einseitigen Kündigung der Goldeinlösepflicht durch die USA brach das
Bretton – Woods – System
1973 erwartungsgemäß endgültig zusammen.
Es folgte die Freigabe aller Wechselkurse, die sich dann bis in die 1980er Jahre zur Dollarkrise entwickelte.
Ab diesem Zeitpunkt spielten andere Finanz- und Wirtschaftskonzepte eine Rolle, wie zum Beispiel die Kaufkraftparität.
Der als
Sicherheits – Instrument
gegründete Internationale Währungsfonds ( IWF ), der bei einer „Schieflage” des Systems zum Einsatz kommen sollte, versagte schon damals auf der ganzen Linie.
Der IWF sowie die ebenfalls in diesem Zusammenhang gegründete Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ( Weltbank ) überlebten das Desaster und halten bis heute Kredite für Entwicklungspolitik bereit.
Eine als dritte
„Bretton – Woods – Institution”
vorgeschlagene Internationale Handelsorganisation ( ITO ) erblickte nie das Licht der Welt.
Nur der durch das Bretton – Woods – System gegründete Internationale Währungsfonds ( IWF ) und die Weltbank blieben der Welt bis heute noch erhalten.
Die Weltbank finanziert sich hautsächlich durch internationale Anleihen, die sie auf den weltweiten Finanzmärkten im Rahmen ihrer Aufgaben in der Entwicklungshilfe anbietet.
Bis heute hat die Weltbank ohne nennenswerte größere Krisen ihre Aufgaben bewältigt.
Der Internationale Währungsfonds verlor mit dem Ende des Systems fester internationaler Wechselkurse seine ursprünglich angedachten Aufgaben.
Zu den geschäftsführenden Direktoren des IWF zählte auch unser heutiger Bundespräsident
Horst Köhler,
der in der Zeit vom 01. Mai 2000 bis 04. März 2004 eher glücklos das Amt ausfüllte.
Echte ihm zugedachte Rettungsoperationen führt der IWF eigentlich nicht durch und könnte somit aufgelöst werden, damit unnötige Kosten vermieden werden.
Die schon seit Jahren krampfhaft betriebene Suche nach neuen „Aufgaben” für den IWF unterstreicht eindrucksvoll die Auflösungsforderung.
Denn wenn Industriestaaten und Finanzinstitute als Gläubiger Rückzahlungsprobleme mit Krediten haben, vertrauen sie lieber auf den so genannten
Pariser Club oder Londoner Club.
Der
Pariser Club
( Club de Paris )
wurde 1956 zum ersten Mal auf die Bitte Argentiniens in Paris einberufen.
Der damalige französische Finanzminister Pierre Pflimlin lud seinen argentinischen Amtskollegen zu einem Gespräch ein, bei dem Argentinien seine Schuldenlage mit allen Gläubigerstaaten gleichzeitig besprechen wollte.
Das informelle Treffen stieß bei allen Beteiligten auf großes Interesse und wurde auf weitere Staaten ausgedehnt.
Seitdem hat der Pariser Club mit seiner Organisation seine Residenz im Schatzamt des französischen Finanzministeriums.
Die Clubmitglieder sind ein internationales Gremium, das sich mit den Fragen der Umschuldung und des Schuldenerlasses beschäftigt.
Der Pariser Club vermittelt diplomatisch zwischen Kredit – Geber – Staaten und den Kredit – Nehmer – Staaten, die Probleme mit der Rückzahlung von öffentlichen Krediten oder Entwicklungshilfedarlehen haben.
Der Londoner Club ist ein Gremium, das sich aus privaten Banken zusammensetzt. Er beschäftigt sich ebenfalls mit der Schuldenproblematik von Gläubigern.
Der Club verhandelt über Schuldenerlässe oder übernimmt die Moratorien zwischen den Parteien.
Der Londoner Club setzt sich aus circa 1000 privaten Gläubigerbanken zusammen.
Die Gläubigerstaaten treffen sich regelmäßig, um die Schuldensituation verschiedener Kreditnehmer zu besprechen und Verhandlungen mit diesen zu führen.
Dies geschieht > wie in Paris < vollkommen geräuschlos und effektiv.
Ergebnisse dieser Gespräche werden in Protokollen festgehalten, dienen aber nur als Empfehlung.
Was hat das alles mit der
gesetzlichen Rente und deutschen Steuergeldern zu tun?
Auch hier ist die Erklärung einfach und einleuchtend:
Das Abenteuer des Irak – Krieges hat nach US – Schätzungen vom Beginn des Krieges bis zum Januar 2007
356 Milliarden US – Dollar
verschlungen.
Die Kriegskosten von Großbritannien in der Höhe von mehr als
4,5 Milliarden Euro
kommen in der Gesamtkostenbetrachtung noch hinzu, belasten aber die USA nicht direkt.
Zunehmend belasten die hohen Kosten des Irak – Krieges die US- Volkswirtschaft und werden somit zu einer weiteren Schwächung des US – Dollars führen.
Eine Befreiung aus der schwierigen Lage könnte vermutlich sehr bald dazu führen, dass die Druckerpressen der US – Notenbank wieder angeschmissen und erneut tonnenweise „neue” Dollarscheine gedruckt werden.
Schon seit Monaten besteht eine gewisse Unruhe bei den Wechselkursen. Weitere Abwertungen gegenüber dem stabilen Euro verteuern unnötiger Weise europäische und insbesondere deutsche Waren für die USA.
Rettungsaktionen und Rettungszahlungen für Amerika sind da nicht mehr auszuschließen.
Obwohl deutsche Bürger kaum etwas von solchen „Transaktionen” bemerken und / oder bis heute nicht bemerkt haben, schlagen sich solche Rettungstaten in der staatlichen Vermögensbilanz negativ nieder.
Eine mögliche Folge sind dann Steuererhöhungen oder die Einführung verdeckter Steuern, wie zum Beispiel der Maut für alle Autofahrer.
Die Wellen der negativen Prognosen werden höchstwahrscheinlich zeitnah einen Erdrutsch auf den Kapitalmärkten auslösen.
Für die Amerikaner wäre das dann so eine Art zweites
Bretton Woods.
Für alle deutschen Bürger bleibt abzuwarten, wie geschickt sich unsere Politiker in der vermutlich zu erwartenden Krise verhalten.
Es gibt für die Mehrheit der kontinentaleuropäischen Staaten in der Zukunft weder einen
moralischen noch einen strategisch sinnvollen Grund,
sich von der amerikanischen Schwäche anstecken und vereinnahmen zu lassen.
Deutsche Würde
beruht auf dem Festhalten an unseren Werten und in der Gewissheit unserer Leistungsfähigkeit.
DRSB
Wir stehen für Werte
