Berliner Blendwerk
Seit gestern weiß es die ganze Welt: Das militärische Abenteuer in seiner ehemaligen Kolonie Mali ist zunächst einmal Frankreichs Krieg. Die Franzosen verteidigen dort hauptsächlich ihre wirtschaftlichen Interessen. Der „tolle“ Nebeneffekt: Präsident François Hollande kann seinen massiven innenpolitischen und wirtschaftlichen Problemen gezielt ablenken. Frankreich wurde weder durch Mali bedroht noch angegriffen.
Es handelt sich hier nicht um einen NATO – Fall!
Man wollte keine politische Lösung finden – > und nach der Eskalation scheint zunächst eine rein politische Problemlösung ausgeschlossen. Deutschland tut deshalb gut daran, sich vorerst aus Mali heraus zu halten. Berlin versucht nahezu krampfhaft, die Erinnerungen an die Folgen aus dem Libyen – Debakel im Keim zu ersticken. Denn mit dem militärischen Abenteuer in Mali klopft ein zweites Afghanistan an die Haustür in Berlin. Der vom DRSB geprägte Begriff
Afrikanistan
macht bereits in Brüssel und in den Medien die Runde. Brüssel und Berlin versuchen durch konsequenten, massiven Einsatz von Wahrnehmungssteuerung den Kriegsschauplatz Mali näher an die Grenzen der EU zu lancieren. Obwohl man in Berlin vorläufig die kleinstmögliche Variante von Solidarität mit Frankreich gewählt hat.
Lediglich zwei Bundeswehr – Transallmaschinen werden künftig zwischen den westafrikanischen Staaten und Mali hin- und herfliegen und afrikanische Soldaten in einen neuen Krieg transportieren. Wer glaubt jetzt noch daran, dass durch solch blinden Aktivismus Europa oder gar Deutschland vor Islamisten und Terroristen zu schützen ist? Viel eher wird genau das Gegenteil der Fall sein. Paris, Berlin und Brüssel importieren den Terrorismus nach Europa, begleitet von großen Worten unserer Kanzlerin, wie wichtig das Eingreifen der Franzosen in Mali ist.
Das Blendwerk von Präsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel ist also wesentlich mehr als Symbolik. Man verschleiert und verzögert dadurch nur die Debatte über ein neuerliches Einsatzmandat für die Bundeswehr im deutschen Bundestag. Berlin hilft Paris derzeit gerade so viel, wie man es für ausreichend hält, um – nach wie vor – als engster Freund Frankreichs bezeichnet zu werden. Und kurz vor der Bundestagswahl 2013 wird vermutlich Guido Westerwelle – > ähnlich wie nach dem Sturz von Gaddafi behaupten – Deutschland habe wieder einmal einen sehr wichtigen Beitrag geleistet, um vor den Toren der EU einen Terrorstaat zu verhindern. Mit solchen Aussagen hat der FDPler den Anspruch auf die Auszeichnung:
Komiker des Jahres 2013.
Wie gesagt:Alles Berliner Blendwerk!
