Dampf ablassen 2010 10 16

Dampf ablassen
Das demokratisch soziale Ventil - 41. Kalenderwoche 2010

Leserbriefe von DRSB - Lesern

 

16. Oktober 2010

 

Ihre Leserzuschriften und Leserinformationen können für alle DRSB – Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein.

Bitte schreiben Sie uns Ihre Kommentare

als Brief, Telefax oder E – Mail.

Der DRSB e.V. freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, auch wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt sein sollten.

Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu!

Wünsche nach Anonymität werden durch den DRSB e.V. respektiert und gewahrt.

Die Leserzuschriften werden nach Themengebieten aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.

An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.

 

================================================

 

E – Mail

 

„oben bleiben”

 

Sehr geehrter Herr Piasetzky,

 

 

egal ob Mappus einlenkt oder nicht, im März 2011 wird seine politische Karriere definitiv sein finales Ende finden, denn er hat zu dick aufgetragen und zu dick verteilt. Mit ihm will auch keiner mehr sprechen, weil man ihm nichts mehr glaubt.

Das Echo wird man bis nach Berlin hören. Hier in Stuttgart weiß jeder, dass der Märklin-Zug aus der Kurve fliegt, wenn man zu schnell fährt. Die Grenzen von Natur und Physik müssten der Bundeskanzlerin eigentlich bekannt sein. Technischer Fortschritt ja. Nicht jeder Mensch ist aber geil darauf, einen Adrenalinschub wie ein Bangiespringer zu bekommen, wenn er morgens und abends unterirdisch durch eine Röhre geschossen wird, um der Arbeit nachzukommen. Wo wird für diese Menschen später die Alternative sein? Nicht jeder kann es sich erlauben, von einem Chauffeur zur Arbeit gebracht und abgeholt zu werden. Die Politiker, welche sich mit aller Gewalt in Stuttgart ein Denkmal setzen wollen, pochen zur Begründung von „Stuttgart 21” selbstreferierend auf ihre eigenen Beschlüsse. Der Willen der Bürger kommt zurzeit nicht mehr an. Zug fahren bedeutet für die meisten Menschen, die hier friedlich zur Demonstration erscheinen, die Natur durch den Blick aus dem Fenster lesen und genießen zu können. Ein paar Minuten Zeitersparnis für x – Milliarden Euro bedeutet in den Köpfen von Politikern eine Steigerung des Bruttosozialprodukts, hat aber mit ein wenig Lebensqualität nichts Gemeinsames. „Oben bleiben” und das Leben auch beim Zugfahren genießen zu können, das ist die Botschaft der Bürger in Stuttgart, die hier tagtäglich demonstrieren und jeden Tag mehr werden. Das gewaltsame Festhalten an Beschlüssen, die die Bürger nicht wollen, bekräftig auch unsere Vermutung, auf die Sie schon so oft hingewiesen haben, dass auf die Politiker schon der hoch dekorierte Posten in der Wirtschaft wartet.

Machen Sie in Düsseldorf bitte weiter so, in Stuttgart versuchen auch wir, oben zu bleiben.

 

Mit freundlichen Grüßen aus dem Schwabenland

DIE VERFASSER

 

================================================

 

E – Mail / anonymisiert

Stuttgart 21

 

Sehr geehrter Herr Piasetzky,

 

„Stuttgart 21” ist letzte der Beweis dafür, dass die Politiker selbst gefällte Fehlentscheidungen mit aller Macht durchsetzen wollen, um ja nicht ihr eigenes Gesicht zu verlieren, geschweige denn die Macht. Das eigentlich schlimme ist, dass diese Anzeichen bei allen Parteien, egal ob CDU, SPD, FDP oder Grüne, vorzufinden sind. Hört man den Bürgern genau zu und liest zwischen den Zeilen, weiß hier jeder in Stuttgart, dass es sich mit „oben bleiben” nicht nur um den Bahnhof in Stuttgart dreht. Der Zorn und der Frust der Bürger steckt viel tiefer und entlädt sich lediglich durch das ungeliebte Projekt „Stuttgart 21”. Dass ausgerechnet ein Schwabenstreich einen Ruck durch das ganze Land treibt und die Woge des Entsetzens gegen die selbstherrlichen und vom Volk abgewandten Politiker durch die ganze Republik trägt, hätte hier vor Ort kaum einer für möglich gehalten. Es ist schon lächerlich, wie von den Politikern hier versucht wird, die Bürger in eine kriminelle und terroristische Ecke zu stellen. Die Fotos beweisen es, es sind ganz normale Bürger mit ganz normaler Kleidung und ganz normalen Frisuren. Da kann man nur sagen „liebe Politiker”:

Fürchterlich schlecht gelaufen – im März sind Wahlen!

Das Schlimme und das Gefährliche wird aber sein, dass diese Fehlentwicklungen die Demokratie von links und rechts so einfach angreifbar machen kann. Die Demokratiefeinde können sich doch über die Ohnmacht der Demokratie um Stuttgart 21nur diebisch freuen. Es fehlen in Deutschland echte demokratische Parteien und Politikertypen, die wirklich für die Bürger da sind. Ansonsten droht uns eine zweite Weimarer Republik. Der Protest hier um „Stuttgart 21” und Ihr Protest gegen die „Agenda 2010” haben nicht nur namentlich gewisse Ähnlichkeiten. Von daher bewundern wir Ihr beharrliches Stehvermögen.

Seitdem die Bundeskanzlerin meint, gegen den Protest um Stuttgart 21 unverhohlen ein „klares Machtwort” gegen Demokratie aussprechen zu müssen, werden hier Forderungen immer lauter, dass die Königin aus der Uckermark auf das Abstellgleis der Geschichte gehört.

Es ist schon beschämend, den Bürgern verfassungsmäßige Rechte beschneiden zu wollen und unser Land durch immer neue Schulden in den Ruin zu trieben, nur um gegenüber DAX – Konzernen durch Großaufträge und Schutzschirme gefällig zu sein.

Ist das der wahre Grund,

warum Politiker mit friedlichen Demonstrationen nicht umgehen können oder wollen?

In den letzten Tagen wurden der Zustrom von friedlichen Bürgern auf der Straße und der Zuspruch in der Bevölkerung immer größer.

Wir haben in unseren Reihen daher große Sorge, dass durch gewaltbereite „Autonome” Fakten für einen Gewalteinsatz geschaffen werden könnten. Die Aussagen der Politiker vor Ort und in Berlin im Umgang mit friedlichen Demonstranten wirken nahezu hilflos.

Bitte veröffentlichen Sie unser Schreiben und unterstützen uns bei der friedlichen Demonstration gegen den Bau des Projektes, da die Medien sich zu diesem Thema nicht neutral äußern wollen.

 

Mit freundlichen Grüssen

DIE VERFASSER

 

================================================

 

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

Wir kämpfen seit 22 Jahren mit der Stimme der Demokratie für einen modernen Sozialstaat, sichere, langfristige Arbeitsplätze, sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme, sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme und für korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der Europäischen Union.

 

 

 

Veröffentlicht unter Alle Artikel, Dampfablassen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>