„Dampf ablassen”
Das demokratisch soziale Ventil - 32. Kalenderwoche 2010
Leserbriefe von DRSB - Lesern
14. August 2010
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Die Leserzuschriften werden nach Themengebieten aufgeteilt und nach einem Zufallsgenerator ausgewählt.
An dieser Stelle weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Leserzuschriften vom DRSB e.V. nicht auf Wahrheit oder juristische Wahrhaftigkeit geprüft wurden und insofern ausschließlich die Meinungen der jeweiligen Autoren darstellen.
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E – Mail / anonymisiert
Soziale Ausgrenzung
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
die Macht des Geldes übt nicht weniger Gewalt aus als die Macht des Staates. Beides in der Zusammenwirkung lässt großes Unbehagen aufkommen angesichts einer Politik, die keine Zukunftsvisionen anzubieten hat. Merkel hält mit der SPD und heute mit der FDP an der unsäglichen Agenda 2010 fest. Was bleibt von unseren Idealen, von unserer Arbeit und Mühen, wenn am Ende die Armut steht?
Wie gebannt warten viele Deutsche auf einen tatsächlichen Politikwechsel mit anfassbaren Verbesserungen für das Volk. Für viele Landsleute hat die strahlende Fassade des Westens nicht nur große Risse bekommen, sondern sie droht einzustürzen. Wer sich in seiner Nachbarschaft umsieht, der wird und kann sie erkennen:
Die soziale Ausgrenzung!
Unser gegenwärtiges Gesellschaftssystem hat anwachsende Probleme, vor denen die Politiker stehen, nicht zu lösen vermögen, sondern fleißig immer neue und größere Probleme erzeugen. Diesen grausamen Prozess nennt man in Deutschland:
Reformpolitik!
In unserem Wahlkreis wollen die Bürger von Merkel, Westerwelle, zu Guttenberg, Nahles, Gabriel oder Steinmeier nichts mehr sehen oder hören. Müntefering, Clement, Koch, Pinkwart und Rüttgers habe ganze Arbeit geleistet. Die Wählerbefragungen zeigen ein deutliches Bild. Die FDP bemüht sich die 3% zu überspringen und CDU sowie die SPD bewegen sich schon seit geraumer Zeit unter der 30% – Grenze. Zieht man 40% Nichtwähler davon ab, so haben CDU und SPD noch maximal einen Rückhalt in der Bevölkerung von 18%. Damit könnten beide Parteien Minderheitenschutz beantragen.
Es ist höchste Zeit für eine richtig gute bürgerliche Partei. Hören Sie sich um! Selbst Nichtwähler würden eine neue bürgerliche Partei sofort wählen.
Mit freundlichen Grüssen
Bürgerinitiative XXXXXX aus XXXXXX
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E – Mail / anonymisiert
Wachsende Exklusion
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
wir haben kurz nach der Wende Ihre spannenden Vorträge in Gera, Chemnitz und Leipzig gehört. Mit keinem „Wessi” konnten wir so qualifiziert über Marx und Engels sowie über das Kommunistische Manifest diskutieren. Ihr phänomenales Wissen stellte selbst die Protagonisten der SED in den Schatten. Umso glaubwürdiger und überzeugend war Ihr Werben für die westlichen Werte. Noch heute sind Ihnen viele sehr dankbar für die erteilten Ratschläge, Hinweise und Warnungen.
Die Realität in der Gesellschaft der DDR hatte mit Demokratie und Sozialismus wenig zu tun. Daran mussten das System und die gesellschaftliche Struktur zerbrechen. Die DDR ist gescheitert, nicht weil zu viel Sozialismus praktiziert wurde, sondern zu wenig. Sie selbst brachten es in Chemnitz auf den Punkt:
Das Recht auf eine sichere Arbeitsstelle,
auf Meinungsfreiheit und auf eine bezahlbare Wohnung sind Werte einer solidarischen Gesellschaft.
Damals staunten selbst die Hardliner aus der SED Bauklötze. Solche Worte von einem kapitalistischen „Wessi” hatten sie nicht erwartet. Nach nunmehr 21 Jahren beginnen die glänzenden Fassaden der Versprechungen unserer Politiker zu bröckeln. Ein Gesellschaftsystem zu akzeptieren, in dem seit Jahrzehnten die Reichen unbestritten immer reicher und die Armen unbestritten immer ärmer werden fällt schwer. Auf Dauer in einem Zivilisationsmodell zu leben, das sich charakterisiert durch das Diktat des Besitzes ist wenig zufriedenstellend. Die stetig ansteigende Entsolidarisierung in der Gesellschaft wird als schwerwiegender Verlust empfunden und führt zu noch größeren Exklusionsprozessen. Machtmissbrauch und Manipulation bestimmen hauptsächlich das politische Handeln. Eine diffuse Angst vor der Zukunft ist vielerorts spürbar. Warum sind Sie nicht in die Politik gegangen? Wir würden Sie mit Begeisterung, damals wie heute, wählen. Klare Worte, kein Ausweichen, keine Phrasen und klare Antworten sind doch noch immer Ihr Markenzeichen. Und wer als kapitalistischer „Wessi” die SED Hardliner in den Schatten stellte, der wird auch noch heute in Ostdeutschland gewählt. Die CDU wird genauso wie die SPD an der Aufgabe ihrer traditionellen Werte scheitern.
19% Zustimmung für die Grünen ist kein Votum für deren Politikkurs, sondern drückt die Verzweiflung der Wähler aus. Ihre regelmäßig erscheinenden Aufsätze geben vielen Bürgern auch im Westen Hoffnung. Lassen Sie die soziale Marktwirtschaft im neuen Glanz auferstehen. Sie haben die Kraft dazu. Alles Gute, viel Erfolg und Gesundheit wünschen wir Ihnen für die Zukunft.
Mit freundlichen Grüssen aus Leipzig
DIE VERFASSER
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E – Mail / anonymisiert
Die Volksseele kocht und meine auch!
Sehr geehrter Herr Piasetzky,
vielen Dank für Ihre beiden heutigen e – mails. Ihr Artikel zur Polizei, sowie die beiden
e – mails zeigen mir ihre solidarische und demokratische Einstellung. Genua diese Einstellung fehlt Leuten wie Sauerland, Merkel. Koch, Althaus und eben allen Führungskräften der CDU.
Die Chefin macht Urlaub?
Es ist der brutalst mögliche
Kapitalismus, den wir zurzeit erleben.
Der nicht nur von Politikern in unserem Land, sondern auch die Mehrheit der Schlipsträger in der EU und vor allem der USA möglich gemacht wurde. Alle demokratischen, moralischen, juristischen Schranken wurden beseitigt und es zählt nur noch der Gewinn.
Nicht der Mensch.
Für mich ist es absolut unfassbar, das es noch Bürger gibt, die Ihre [ Wahl- ] Stimme der CDU geben würden.
