Black Friday

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans – Josef Leiting

Düsseldorf, den 30. Oktober 2009

 

 

„Black Friday”

for the german insurance?

[ Schwarzer Freitag für die deutsche Assekuranz? ]

Was beabsichtigt die Zeitschrift Finanztest wirklich?

 

In der sozialistisch ausgeprägten Wirtschaftslehre ist der so bezeichnete

Black Friday

[ Schwarzer Freitag ]

ein feststehender Begriff für schwere Krisen der Börse und des Bankensystems.

Schon mehrfach begann ein Unglückstag für Banken und Börsen an einem Freitag.

An einem Freitag, dem 11. Mai 1866 brach das Londoner Bankhaus

Overend and Gurney.

zusammen.

An einem Freitag, dem 09. Mai 1873 begann der

Krach der Gründerzeit.

An einem Freitag, dem 13. Mai 1927 kam es zu unerwarteten

Kursverlusten

an allen deutschen Börsen.

Der gigantische Börsenzusammenbruch von 1929 in New York begann aber zunächst an einem Mittwochnachmittag, den 23. Oktober 1929 und führte erst am darauf folgenden Freitag zum

größten Kurssturz aller Zeiten.

Schenkt man den amerikanischen Medien Glauben, so wurden damals mehr als

120 Millionen US – Bürger,

die als Privatanleger den Wall Street Managern ihr Geld anvertrauten, um ihre Ersparnisse gebracht.

Viele der betroffenen Menschen befanden sich bereits im Ruhestand und verloren ihr gesamtes Vermögen auf einen Schlag, so dass es reihenweise zu Selbsttötungen kam.

Aber auch die zukünftigen Ruheständler, die darauf gehofft hatten, ihre monatlichen Renten durch Geldanlagen in Aktien oder Fondssystemen zu vermehren, wurden um eine gesicherte Altersruhe gebracht.

Der berüchtigte Kurssturz vom 25. Oktober 1929 an der Wall Street in New York, der das Ende der amerikanischen

Prosperity

einläutete und den Beginn der Weltwirtschaftskrise auslöste, zeigte den Menschen schon damals, wie unberechenbar und gefährlich Geldanlagen in Aktien und Fondsanlagen werden können.

Selbst die gerne von Investmentbankern, Brokern und sogar von einigen wenigen Verbraucherschützern beschworene

Langfristigkeit und Beweglichkeit

der vorbezeichneten Anlageformen nützte den Betroffenen damals gar nichts, denn die Aktienzertifikate waren auf einen Schlag wertlos. Vereinzelt tauchen auf Trödelmärkten noch echte Exemplare auf, die zwischen 2,00 bis 3,00 gehandelt werden, doch selbst wenn einige Betroffene von damals noch leben würden, hätten sie keinerlei Nutzen von den wertlosen Papieren.

Das entlarvt die vielbeschworene

Langfristigkeit und Beweglichkeit

als reines Verkaufsinstrument, das ausschließlich dazu missbraucht wird gutgläubige Kleinanleger in intransparente Anlageformen zu locken.

Es gibt viele Beispiele, die das gewissenlose Herumjonglieren mit Kundengeldern an den Börsen belegen.

Das vielleicht gravierendste Beispiel lieferten im Jahr 1929 die amerikanischen und deutschen Börsen.

Während die deutsche Börse für acht Monate geschlossen wurde und somit der Börsenhandel unterbrochen wurde, spekulierten die Macher an der Wall Street lustig weiter.

Das schockierende Ergebnis ist durchaus bekannt, wird aber oftmals schamvoll verschwiegen.

Während deutsche Aktienanleger durchschnittlich „nur” 12% des Wertes an ihren Geldanlagen verloren, kam es an der Wall Street zum Supergau, denn dort verloren die Aktienanleger durchschnittlich mehr als 60% des Wertes ihrer Anlagen.

Diejenigen aber, die auf Kredit Aktien gekauft hatten, verloren in der Regel alles.

In unserer Heimat gilt deswegen Freitag der 10. Juli 1931 als die Reichsbank Schecks der angesehenen Darmstädter Nationalbank nicht mehr einlöste, als der eigentliche so genannte

„Schwarze Freitag”.

Denn diese Probleme führten dazu, dass am 13. Juli 1931 [ Montag ] die vorgenannte Großbank ihre Zahlungen einstellte und damit eine allgemeine Bankenkrise in Deutschland los trat.

Ebenfalls an einem Montag und zwar am 19. Oktober 1987, unterbrach ein erneuter Crash an der Wall Street die bis dahin längste

Aktien – Hausse – Bewegung

der Nachkriegsgeschichte.

Damals verlor der Dow – Jones – Index innerhalb nur weniger Stunden rund 23% seines bis dahin ausgewiesenen Wertes.

Einmal abgesehen von den unkalkulierbaren Risiken an den Börsen, scheinen schon seit Jahrzehnten die globalen Fondssysteme von Zusammenbrüchen bedroht zu sein.

Durchstöbert man aufmerksam die Archive der europäischen Printmedien, so entdeckt man ohne Schwierigkeiten jedes Jahr diverse Zusammenbrüche von

Fondsgesellschaften.

Selbst die in unserer Heimat sehr beliebten

Filmfonds

kamen ins Trudeln, als aufgeweckte Finanzämter feststellen mussten, dass die meisten Filmfonds nur maximal rund 20% in die Filmproduktion steckten und rund 80% als Festgelder platzierten, um vermutlich daraus die so genannten Renditen zu zahlen.

Die reklamierten Steuervorteile konnten den gutgläubigen Anlegern deshalb auch nicht gutgebracht werden.

Heimlich, still und leise sind nun etliche Fondsgesellschaften dabei, erfolgsabhängige Gebühren einzuführen.

Schleichende Gebührenerhöhungen gehörten in der Fondsbranche fast immer schon zum Tagesgeschäft.

Insbesondere die deutschen Fondsgesellschaften haben in letzter Zeit kräftig an der Gebührenschraube gedreht und unter anderem für viele Fonds eine erfolgsabhängige so dargestellte

Performancegebühr

[ Leistungsgebühr ]

eingeführt.

 

Bei der Berechnung beschreiten diverse Fondsgesellschaften oft seltsame Wege.

Die Anleger können deshalb oftmals nur schwerlich nachvollziehen, wie und warum Erfolgshonorare im Detail berechnet werden.

Selbst das Kleingedruckte in einigen Verkaufsprospekten hält bisweilen unschöne Überraschungen bereit, denn sehr häufig sind die so dargestellten

Performancegebühren

zu Ungunsten der Anleger ausgestaltet.

 

So dient zum Beispiel beim SEB Europafonds der

Preisindex Dow Jones Stoxx 600

als Benchmark.

Das ist aber sachlich betrachtet, ein Index, bei dem Dividenden nicht berücksichtigt werden.

Für die Fondsmanager ist es damit nicht sonderlich schwer, die ausgewiesene Benchmark zu schlagen und ein ansehnliches Erfolgshonorar zu kassieren.

Andere Fondsanbieter legen zwar Indizes mit Dividendenberücksichtigung zugrunde, doch sie berechnen das Erfolgshonorar auf Basis der Bruttorendite ohne Verwaltungsvergütung.

Das ist für die betroffenen Anleger genauso nachteilig, wie jene Fälle, bei denen das Erfolgshonorar auch dann anfällt, wenn der Fonds zwar relativ besser liegt als seine vorgegebene Messlatte, aber absolut größere Verluste macht.

Gewinneinbrüche werden möglicherweise deshalb oftmals erst kurz vor dem totalen Zusammenbruch angezeigt.

So musste zum Beispiel im Oktober 2009 die US – Fondsgesellschaft

Janus Capital Group Inc.

[ ISIN US47102X1054 / WKN 165224 ]

im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang ausweisen.

Wie der Finanzkonzern verlautbaren ließ, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 8,2 Millionen US – Dollar beziehungsweise 5 Cents je Aktie, nach einem Nettogewinn von 26,0 Millionen US – Dollar beziehungsweise 16 Cents je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum.

Das bedeutet für alle Anleger, dass das verwaltete Vermögen auf 143,1 Milliarden

US – Dollar abgesunken ist, nachdem es im Vorjahresquartal noch bei 182,7 Milliarden

US – Dollar gelegen hatte.

Der

KanAm – US – Grundinvest – Fonds

bleibt für ein weiteres Jahr geschlossen. Der in US-Dollar notierende Mischfonds mit einem Volumen von rund 600 Millionen US – Dollar hat hauptsächlich in Nordamerika in Büro- und Einzelhandelsimmobilien sowie in Dienstleistungszentren investiert.

Die Rücknahme von Anteilen könne vor Ablauf der Frist nur aufgenommen werden, wenn die erforderliche Liquidität wieder hergestellt sei, teilte die Frankfurter Fondsgesellschaft den überraschten Anlegern mehrfach mit.

Es ist kaum 6 Jahre her, dass die US – Fondsgesellschaft

Fidelity

mit Thesen über den baldigen Wiederaufstieg der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt ihren neuen

Japan Advantage Fund

In den höchsten Tönen anpries.

Wer damals dort sein Geld anlegte, konnte sich erst einmal tatsächlich über merkliche Kursgewinne freuen.

Zwischen Mitte 2003 und Mitte 2007 verdoppelte nämlich der Leitindex Nikkei 225 seinen Wert, bis weltweit die Börsen erneut zusammenbrachen und Japan mit dessen Industrie noch tiefer in die Rezession und Deflation zogen.

Voraussichtlich wird deshalb die japanische Wirtschaft weiterhin schwer lahmen, denn im Land der aufgehenden Sonne herrscht niederschmetternde Depression.

Die Fondsmanager dieses Fidelity – Fondskonstruktes müssen also schon hartgesotten sein, wenn sie nicht die Freude an der Arbeit verlieren wollen, die unterm Strich nun keine Früchte tragen will.

Das Wall Street Journal berichtete am 21. Oktober 2009 um 16:53 im Internet über den möglicherweise bis heute größten Insider – Skandal eines US – Hedgefonds.

Der 52-Jährige Manager Rajaratnam wurde mit fünf angeblichen Komplizen festgenommen.

Sie sollen mit illegalen Aktiengeschäften 20 Millionen US – Dollar [13,4 Mio. Euro] Gewinn eingestrichen haben.

Natürlich bestreiten – wie immer – die Beschuldigten alle gegen sie erhobenen Vorwürfe. Der in Sri Lanka geborene Rajaratnam ist inzwischen gegen eine Kaution von 100 Millionen US – Dollar wieder auf freiem Fuß.

Wahrscheinlich ist sogar die Genfer Privatbank Union Bancaire Privee [ UBP ] von diesem unschönen Finanz – Skandal betroffen.

Nach der Verhaftung von zwei Managern des Hedgefonds New Castle in New York hat die UBP einen Anlagefonds geschlossen.

Die Genfer Privatbanken Pictet und Syz äußerten sich laut „Le Temps” nicht zu möglichen Verbindungen zu New Castle und Galleon.

Die beispielhaft aufgeführten Entwicklungen zeigen,

dass die Risiken einer Fondsbeteiligung für gutgläubige Sparer vollkommen unüberschaubar sind.

Trotzdem versuchen immer noch in Schieflage geratene Fonds frisches Kapital von ahnungslosen Menschen einzusammeln.

Wie der DRSB e.V. bereits berichtete, musste in Kalifornien der Gouverneur

Arnold Schwarzenegger

den finanziellen Notstand ausrufen.

Die Regierung des Bundesstaates konnte kein valides Budget mehr erstellen. Kurz gesagt, Kalifornien, das fünft größte Industrieland der Welt, ist völlig pleite!

Wie von DRSB e.V. als erster vermeldete, stehen einige andere Bundestaaten der USA ebenfalls kurz davor.

Dadurch treibt die USA als

gesamtes Staatengebilde auch immer schneller in den Bankrott.

Möglicherweise gekaufte Experten sehen jetzt angeblich einen Aufschwung in den USA und bekräftigen, dass die US – Wirtschaft noch in diesem Jahr bis zu 2% wachsen könnte.

Doch die nackten Fakten

sehen allerdings ein klein wenig anders aus.

In einer solch prekären Situation den Menschen in unserer Heimat die ausdrückliche Empfehlung zu geben in Aktien oder Fondsanlagen zu investieren, ist unverantwortlich.

Wer wie die Zeitschrift

Finanztest,

gleichzeitig die Produkte der deutschen Versicherungsgesellschaften völlig in Frage stellen möchte, entlarvt sich selbst als willfähriger Handlanger der so genannten

Finanz – Branche.

Schon die unsägliche Farbenspielerei der Hamburger Verbraucherschützer konnte mit der tatkräftigen Hilfe von

markt intern

enttarnt werden. Wöchentlich berichtet der Chefredakteur von „vt

Erwin Hausen

über den merkwürdigen Zusammenhänge zwischen Verbraucherschützern, Banken und Fondsgesellschaften.

Besonders verwerflich erscheint dabei, dass vorgebliche Verbraucherschützer in gut bezahlte Top – Positionen in die Finanzbranche wechseln und vorher noch kräftig die Werbetrommel, als vorgeblicher Verbraucherschützer für Aktien- und Fondsprodukte schlagen.

Als gäbe es keinerlei biometrische Risiken für die Menschen in unserer Heimat, werden völlig unverantwortlich Empfehlungen zum Aktienkauf oder zur Fondsanlage, quasi schon am Fließband, den Bürgern verabreicht.

Deshalb zum wiederholten Mal die eindeutige Empfehlung an alle Menschen in unserer Heimat:

Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit

sowie das

Todesfallrisiko

durch preiswerte Produkte von dafür geeigneten Versicherungsgesellschaften abfedern und frei verfügbare Gelder, bei deutschen Sparkassen oder Volksbanken, als Festgeld anlegen, bis es verlässliche und nutzmehrende private Rentensysteme gibt.

 

Es gilt noch immer die bewährte Sicherheitsformel:

Jedes unbekannte und unnötige Risiko vermeiden”.

 

 

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

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sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

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