DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky ⋅ Andreas Kallen ⋅ Hans – Josef Leiting
Düsseldorf, den 02. Juni 2008
Ausgeriestert?
Am 22. Mai 2008 wurde in dem Politmagazin
Monitor
zum ersten Mal anschaulich über die materiellen Konstruktionsfehler der immer noch so genannten
Riesterrente
berichtet.
Bereits in dem Aufsehen erregenden Monitor – Beitrag vom 10. Januar 2008 wurde auf die fatalen Irrtümer hingewiesen, dass eine zusätzliche private Riesterrente im Alter Schutz vor Anrechnung von Sozialleistungen des Staates bieten könnte.
Monitor machte darauf aufmerksam, dass sich eine
Riesterrente
für so genannte Geringverdiener im Zweifelsfall gar nicht lohnt.
Schonungslos enttarnte man in dieser Sendung die Werbeaussagen der
Rot / Grünen Politiker,
sowie die zum Teil unkritischen Medienberichte zur vermeintlichen
Hartz – IV - Sicherheit der Riesterrente.
Der DRSB e.V. berichtete kurz zuvor mit dem Artikel
2008, das Jahr des Umdenkens
ausführlich hierüber.
Die Journalisten von
Monitor
folgten endlich in dem neusten Beitrag teilweise der Aufforderung des DRSB e.V., auch auf die schwerwiegenden Riesterfallen und auf materielle Konstruktionsfehler dieser nutz- und sinnlosen Form der Altersvorsorge hinzuweisen.
In dem DRSB – Artikel vom 26. Februar 2007
2007, das Jahr des Riester – Dilemmas
wurde mit der Hilfe von Vergleichsberechnungen zwischen einem klassischen Sparbuch und einem Angebot eines Versicherungskonzerns zu einer Riesterrente nachgewiesen, dass die Riesterrente nicht zum Wohle deutscher Bürger erfunden wurde.
Mit dem DRSB – Instrumentarium
„Break – even – Lebensjahr”,
dass das Lebensjahr bezeichnet, ab dem eine Riesterrente besser sein kann als ein Sparbuch, wurde eindeutig nachgewiesen, dass die Kalkulationen einiger Versicherungskonzerne auf utopische Lebenserwartungen von – zum Teil – weit mehr als 95 Jahren basieren.
Auch durch eine noch so stringente Veränderung der Gesetzesgrundlagen, wie es nunmehr scheinheilig, der DGB in der
Monitor – Sendung
forderte, werden sich die Rahmenbedingungen einer privaten Altersvorsorge nicht wesentlich verbessern.
Das ausführende Organ für die Vereinnahmung der Versicherungsprämien sowie der staatlichen Zuschüsse und für die Verausgabung der Rentenleistungen bliebe nach wie vor den gewinnorientierten Versicherungskonzern vorbehalten, die zudem mit ihren Möglichkeiten des Einsatzes von gezielten Steuerungsinstrumenten das Ergebnis einseitig beliebig zu ihren Gunsten beeinflussen können.
Mit der
Initiative 20 / 70
stellte der DRSB e.V. bereits 1989 den verantwortlichen Politikern ein sinnvolles und gerechtes privates Altersvorsorgesystem eines kapitalgedeckten
Bürgerversorgungswerkes
vor, innerhalb dessen stille Reserven aus den Kapitalanlagen und aus den Risikoüberschüssen den deutschen Bürgern in einem geschlossenen Finanzkreislauf erhalten bleiben.
Mit diesem sinnvollen DRSB – Altersvorsorgesystem könnte man ausschließen, dass die Altersvorsorgevermögen deutscher Bürger möglicherweise durch überhöhte verrechnete
Verwaltungskosten, Vorstandsbezüge
oder auch
Gewinnausschüttungen an Aktionäre
zweckentfremdet und quasi „umgeleitet” werden.
Die private Altersvorsorge gehört ausschließlich in
Bürgerhand und muss auch unter Bürgerkontrolle stehen.
Der Einwand der DGB – Vertreterin in der Monitor – Sendung, wonach dem Gesetzgeber die Verantwortung zukommen muss und er dafür Sorge zu tragen hat, dass die Versicherungsbeiträge und die staatlichen Zuschüsse nicht auf den Konten von gewinnorientierten Versicherungskonzernen landen dürfte, erscheint bei genauer Durchleuchtung als sehr zynisch und bürgerverachtend.
Denn Unwissenheit über die Gesamtzusammenhänge der
Riesterrente kann der DGB für sich nicht in Anspruch nehmen.
Zum Beispiel war die ehemalige stellvertretende DGB – Vorsitzende,
Ursula Engelen – Kefer,
als SPD – Parteivorstandsmitglied in der Rürup – Kommission tätig und kannte somit die wahren Absichten der unsäglichen und untauglichen privaten Rentensysteme.
Auch der Namensgeber der untauglichen Riesterrente,
Walter Riester,
kommt aus der Gewerkschaftsbewegung.
So ist es für die DRSB – Leser besser erklärlich, dass der Arbeitgeberverband Gesamtmetall mit der IG Metall 2001 das branchenbezogene Versorgungswerk der so genannten
Metallrente
einführte und über die Konsortialpartnern
Allianz, BHW, Hamburg – Mannheimer, Victoria,
Volksfürsorge, WestLB, R + V Versicherung
und der
Swiss Life
allen Gewerkschaftsmitgliedern in höchsten Tönen anpreisen lässt.
Jedes Gewerkschaftsmitglied, das gutgläubig den „Empfehlungen” folgt und eine so genannte
Metallrente
abschließt, sorgt gleichzeitig dafür, dass die Gewerkschaften daran zusätzlich sehr gut verdienen.
Die scheinheilige Forderung des
DGB
an die verantwortlichen Politiker, dass gewinnorientierte Versicherungskonzerne bei der Riesterrente mit realistischen Lebenserwartungen rechnen sollten, kommt somit
7 Jahre
zu spät.
Das Journalistenteam um
Sonia Mikich
zeigte in dem Monitor – Beitrag für jeden Bürger erkennbar auf, dass
staatliche Fördermittel für die untaugliche Riesterrente
die Bürger im Alter nicht erreichen werden.
Selbst einsichtige SPD- und Grünen – Politiker fordern deshalb plötzlich, dass die sinnlose Verschwendung von Steuermitteln ein rasches Ende finden sollte.
Gutgläubige und besorgte mögliche Riesteropfer fragen immer hörbarer:
Wann hat es sich endlich „ausgeriestert”
in
Deutschland?
DRSB
Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.
