36 Stunden

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans – Josef Leiting

Düsseldorf, den 23. März 2009

 

 

36 Stunden

 

Die kleinste Zahl, die Finanzgurus und Finanzjunkies in den Tagen der Finanzkrise noch müde lächelnd zur Kenntnis nehmen ist

1 Milliarde”.

Der größte Versicherungskonzern der Welt, die amerikanische

AIG,

benötigte im letzten Quartal 2008 durchschnittlich nur noch 36 Stunden, damit man

1 Milliarde US - Dollar

vollständig verbrennen konnte.

Das sind in einer Stunde

27.777.777,78 USDollar

[ in Worten: 27,7 Millionen US - Dollar ]

und in einer Minute

462.962,96 USDollar

[ in Worten: 462,9 Tausend US - Dollar ].

Das dürfte der Weltrekord im kollektiven Geldverbrennen sein, der auf Jahre hinaus bestand haben müsste, wenn GM nicht doch noch zum Überholen ansetzt.

Schmerzfrei wie immer vermeldeten die Manager des AIG – Konzern, dass allein im letzten Quartal 2008 ein Verlust von 60 Milliarden US – Dollar zu verzeichnen wäre.

Das diese Mega – Summe der größte Verlust ist, den je ein US – Unternehmen gemacht hat, scheint diese eiskalten Geldverbrenner nicht weiter zu stören, denn der voraussichtliche Jahresverlust 2008 beträgt mehr als 100 Milliarden US – Dollar.

 

Wie soll sich in einem Fass ohne Boden jemals wieder Substanz bilden können, wenn die Bodenöffnung größer ist als der Deckel?

Sollte man AIG vollständig verstaatlichen müssen, so werden vermutlich die gesamten Steuereinnahmequellen der USA direkt auf die AIG – Konten umzuleiten sein.

In diesem gigantischen Ausmaß hat so etwas nichts mehr mit einer überschaubaren Finanzkrise zu tun, sondern gleicht einem

Schwarzen OffshoreLoch,

von dem aus sich die Gelder direkt ins Nichts auflösen.

Als Krönung fehlte nur noch, dass die verantwortlichen Manager sich für das Geschäftsjahr 2008 einen satten Bonus sowie den Aktionären eine fette Dividende ausschütten wollten.

Die Versichertengemeinschaft geht sowieso wie immer gänzlich leer aus und darf dann mit erhöhten Beiträgen die Verluste ausgleichen.

Mit der extremen Risikobereitschaft im Umgang mit fremdem Geld haben sich besonders die Versicherungsmanager mit so genannten Hebelgeschäften selbst ins Abseits geschossen.

Und diesen

Finanzgurus und Finanzjunkies

haben gutgläubige amerikanische Bürger ihre Altersvorsorgegelder anvertraut.

In dem weltweit vernetzten Konzernimperium jagten die Hasardeure von AIG das Altersvorsorgevermögen amerikanischer Bürger nicht nur permanent um dem Globus sondern garnierten ihr finanztechnisches Versagen auch noch mit dubiosen Derivaten und Hebelpapieren.

Da die risikoreichen Konstruktionen von Derivaten und Hebelpapieren generell schwer zu bewerten, werden sie jeweils aus Sicht eines Gläubigers und eines Schuldners zu einem bestimmten Bilanzstichtag unterschiedlich behandelt.

So sind nicht realisierte Verluste in dem betreffenden Jahresabschluss auszuweisen, nicht realisierte Gewinnen dürfen jedoch noch nicht ausgewiesen werden.

Eine zeitnahe

Konsolidierung der Quartalsabschlüsse

der unzähligen Tochtergesellschaften innerhalb des AIG Konzerns ist unterjährig zu den Quartalsberichtsterminen somit gar nicht seriös möglich.

Die Hiobsbotschaften schlagen sich bei fast allen globalisierten Konzernen erst im letzten Quartalsabschluss vollends nieder, da erst hier Glattstellungen von Positionen sowie Bewertungen von Vermögensgegenständen und Schulden für Zwecke der Jahresabschlusserstellung stattfinden.

Diese Endstände des letzten Quartalsberichtes sind die Grundlage des zu prüfenden Jahresabschlusses.

Aufgrund der engen Zeitvorgaben bei der Prüfung des Jahresabschlusses ist eine umfängliche und ordnungsgemäße Prüfung in zeitlicher, personeller und sachlicher Hinsicht in der globalisierten Welt überhaupt nicht mehr möglich.

Die Prüfungshandlungen beziehen sich dann nur auf so genannte vorgegebene Stichproben. Den verbleibenden Rest muss man dann einfach nur noch glauben.

Die Erfahrung zeigt, dass je höher sich Verluste aus Derivaten und Hebelgeschäften anhäufen, desto größer wird die Risikobereitschaft der handelnden Manager, damit die Schäden verschleiert oder kompensiert werden können.

In den meisten bekannten Fällen gingen solche Übungen voll in die Hose.

Gigantismus, Gier und Globalisierungswahnsinn

bedeuten dann ganz schnell für die Bürger den Verlust der sicher geglaubten Altersvorsorge für den verdienten Lebensabend.

Seit vielen deutschen Bürgern Art und Umfang der Finanzkrise besser verständlich ist, kommen häufiger die Fragen auf:

Sieht es vielleicht bei

deutschen Versicherungskonzernen genauso aus wie bei AIG?

Womit können wir unser Geld sichern?

Sind auch Allianz, Generali oder sogar Ergo gefährdet?

Mit einem recht einfachen

Sparbuch oder einer Festgeldanlage,

bei deutschen Sparkassen sowie bei Raiffeisen- Volksbanken, wie sie der DRSB e.V. in den Zeiten fehlender zukunftsfester und nutzmehrender Altersvorsorgesysteme empfiehlt, hat jeder Bürger die Möglichkeit, auch ohne die Zuhilfenahme von Wirtschaftsprüfern, festzustellen wie viel Zinsen sein Geld auf seinem Konto trägt.

Jahrzehntelang seine Altersvorsorge einem Versicherungskonzern anzuvertrauen, von dem man nicht genau weis, wozu der Konzern in Zukunft gehören wird und was mit den anvertrauten Geldern passiert, macht aus der Sicht der deutschen Bürger wenig Sinn.

In einer globalisierten Welt verändern sich eben die Prioritäten.

 

 

 

DRSB

 

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