Versagen die Eliten?
Teil 70
Calvinismus,
NGO`s, CFR und Atlantik Brücke
27. Februar 2012
In einer Festrede
„Calvinismus und Europa“
am 10. Juli 2009 vor der EKD Evangelische Kirche in Deutschland wurde vom SPDler Frank – Walter Steinmeier vorgetragen:
Zitate Auszüge:
Sie haben mich in die Lage versetzt, festen Muts vor Sie zu treten. Nicht als Experte, aber überzeugt davon, dass Johannes Calvin und Europa nicht nur eine Vergangenheits-, sondern auch eine Zukunftsgeschichte ist.
Der Flüchtling als Impulsgeber, Modernisierer, Übersetzer und Brückenbauer – dieses Motiv findet sich nicht erst bei den Hugenotten in Berlin. Es ist schon im Leben von Johannes Calvin selbst ein prägendes Element.
Ohne Calvin wäre die Reformation möglicherweise auf den mitteldeutschen Raum, auf das Baltikum und auf Teile Skandinaviens sowie auf einige Städte wie Straßburg, Basel oder Bern beschränkt geblieben. Mit Calvin aber greift der reformierte Impuls auf ganz Europa aus.
Was ist das Rezept für diesen ungeheuren Erfolg?
Woher bezieht der Calvinismus seine prägende Kraft?
Mit ihm wird die Selbstorganisation der Gemeinde – wohlgemerkt: noch nicht die Demokratie! – zu einer geschichtlich bestimmenden Macht.
Er trug – gemeinsam mit dem Luthertum – dazu bei, die Monopolisierung der römisch – katholischen Konfession zu brechen.
Spätere Generationen haben seine Impulse aufgenommen. Sie haben sie weiterentwickelt und so unsere Gesellschaft entscheidend geprägt.
Zitate Ende
Aus imaginären Impulsen von Calvin will die SPD womöglich die volksschädliche Agendapolitik entwickelt haben und gegenüber den Bürgern als historisch belegt legitimieren.
Die Theologie Calvins
betont die unbedingte Heiligkeit Gottes.
Alles Menschenwerk, sogar die Glaubensentscheidung und nicht zuletzt der Kultus der römisch – katholischen Kirche mit Sakramenten und Reliquien galten Calvin als Versuche, die Souveränität Gottes einzuschränken und an irdischen Dingen festzumachen.
Calvins Lehren
tragen dagegen schroffe und unmenschliche Züge.
Die spezifische Lehre und das Prinzip des Calvinismus wird von dem Punkt getragen, dass Gott die Menschen in eine Gruppe von Auserwählten und in eine der Nicht – Auserwählten geteilt hat. Dabei hat Gott für die Auserwählten die Auferstehung vorhergesehen. Die Nicht – Auserwählten bleiben unwissend und sind von Gott verdammt auf dem Weg in die ewige Hölle. Diese Entscheidung soll nach der spezifischen Lehre noch vor der Schaffung des Universums getroffen worden sein und somit erst recht vor der Geburt jedes einzelnen Menschen, demnach auch vor irgendwelchen Entscheidungen, die der Mensch in seinem Leben selber treffen kann.
So oder so vergleichbar verhält
es sich bei den Gesetzen zu Hartz IV und der Riesterrente.
Kein Mensch möchte von Anfang an ein Nicht – Ausgewählter sein und von Geburt und Herkunft als Verlierer abgestempelt werden oder sämtlicher Chancen beraubt werden. Man möchte sich selbst eine erträgliche Zukunft aufbauen und hierüber selbst entscheiden können.
Durch die volksschädliche Politik der
Agenda 2010
ist dies in unserer Heimat nicht mehr möglich.
Denn gerät ein Mensch einmal in die Mühlen von Hartz IV, dem Aufstockertum oder der Leiharbeit gibt es kaum noch ein Entrinnen. Parallel zur Hartz – IV – Gesetzgebung wurden die Grundlagen für prekäre Leiharbeit und der systematische Abbau und die Verlagerung von zukunftsfesten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ins Ausland betrieben.
Ein Betroffener findet als Hartz IVler noch nicht einmal Platz in der offiziellen Arbeitslosenstatistik. Hierüber hat der DRSB in den vergangenen Jahren ausführlich berichtet und über den Ursachen- und Wirkungszusammenhang umfangreich aufgeklärt. In der Welt des 21. Jahrhunderts mit einer so genannten
„Jahrhundertreform“
nachträglich auf die obsolete Ideologie und Philosophie des 15. Jahrhunderts zurückgreifen zu wollen, der nach Verlierer und Gewinner bereits vor deren Geburt durch göttliche Fügung vorbestimmt sind, ist schlichtweg
perverses Denken und menschenverachtend.
Das Vorgehen der damaligen ROT / GRÜNEN Bundesregierung und die Verfestigung der vorgeblichen Reformen durch die Folgeregierungen erwecken den Eindruck, als bräuchte man für die hinterlistigen und versteckten Fallen der Agendapolitik und zum Riesterwahnsinn zur nachträglichen Legitimation nur eine entsprechende Ideologie vorzuschieben, um das heutige schlechte Gewissen zu beruhigen.
Gemäß dem Motto:
„Calvin hatte es ja schon immer so gewollt“.
Derartige dubiose Auswüchse zur nachträglichen Legitimation von Handlungen durch eine rückwärtige Betrachtung auf das Frühstadium des 15. Jahrhundertes sind der evangelisch – lutherischen Kirche und natürlich auch der römisch – katholischen Kirche vergleichsweise unbekannt.
Die kraftlosen Klimmzüge der heutigen SPD am historischen Reck der Geschichte und die erbärmliche Legitimation der Agendapolitik durch den Calvinismus lassen die Väter der Arbeiterbewegung und Gründer der SPD im Grabe erzittern.
Denn wäre der Calvinismus tatsächlich der tragende Pfeiler unserer heutigen Gesellschaft, dann hätten die Gründungsväter der SPD dies auch schon erkannt.
Bei genauer Betrachtung handelt es sich
daher lediglich um einen Re - Import aus den USA.
Nach den Darstellungen muss es für den Architekten der Agendapolitik Steinmeier demnach allein Calvins Wille gewesen sein, der dauerhaft bestimmt, wer dem Schicksal von Hartz – IV ausgeliefert sein wird oder auch nicht.
So ist die SPD womöglich still und heimlich zu einem Club der Calvinisten mit der willkürlichen Einteilung der Menschen in Gewinner und Verlierer geworden.
Wer jetzt noch SPD wählen möchte – trägt
auch die Verantwortung für jede weitere Sozialvernichtung.
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