DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Ölpreise in der historischen Betrachtung
Meerbusch, den 18. Februar 2006
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Hans-Josef Leiting
Vorsitzender der DRSB Rentenkommission
Der DRSB-Artikel
Arbeitsplätze, Kohle und sichere Rente für alle
Kohleverflüssigung – das TOP-THEMA
hat bundesweit positive Reaktionen und große Nachfragen ausgelöst.
Die Aufforderung vieler Bürger, eine Kurzbetrachtung der Ölpreisentwicklung vorzunehmen kommen wir sehr gern nach.
Ölpreise in der historischen Betrachtung
Blickt man auf die Ölpreise, hat man meist nur die Entwicklung in den letzten Monaten und Jahren im Gedächtnis.
Es schadet aber nicht, die Entwicklung etwas langfristiger zu betrachten. Vieles erscheint dann in einem völlig anderen Licht.
Blickt man nämlich ein paar Jahre zurück, kann man erkennen, wie volatil die Ölpreise in der Vergangenheit waren.
Noch vor
6 -7 Jahren
sprach man von einem Auseinanderbrechen der
OPEC,
die ihre Überproduktion nicht in den Griff bekam und die Ölpreise auf rund
10 Dollar pro Barrel
absacken lassen musste.
Über die letzten Jahrzehnte hinweg galten Ölpreise von
15 bis 25 US-Dollar pro Barrel
als normal und verursachten, von wenigen Ausreißern in Krisenzeiten abgesehen, wenig Aufsehen. Dies hat sich im neuen Jahrtausend geändert. Mit stark steigendem
Bedarf in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern wie
China und Indien
und der neuen, bisher nicht bekannten Bedrohungen durch massive Terroranschläge, stiegen die Ölpreise kontinuierlich an.
Heute gelten Ölpreise von
40 bis 60 Dollar pro Barrel
als normale Größe, die wohl auch in den nächsten Jahren akzeptiert werden müssen. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Ölpreise unter Einbezug der normalen Inflation nicht überteuert sind.
Der sehr starke und steile Anstieg der Ölpreise in der jüngsten Vergangenheit drängt dies aber in den Hintergrund.
Nach wie vor braucht Heizöl zu anderen Energieträgern in der Gesamtbetrachtung keinen Preisvergleich scheuen.
Ölpreisentwicklung in den zurückliegenden Monaten
In 2005 zeigten sich die Ölpreise getrieben von Ölbörsen-Spekulationen.
Fonds und Großinvestoren jonglierten massiv mit Ölkontrakten und pushten den Barrelpreis hinauf auf stets neue Allzeit-Höchstwerte.
Lediglich im Mai kam es zu Preisschwächen. Die Zeiten billigen Öls wurden als unwiederbringlich erklärt.
50 Dollar pro Barrel
müssen bereits als wirklich preisgünstig angesehen werden und werden zurzeit auch von der OPEC unterstützt.
Aus
China und aus den USA
hielt sich eine hohe Ölnachfrage, die sich in der zweiten Jahreshälfte 2005 aber abschwächte.
Mit Indien kommt ein neuer Ölgroßverbraucher mit starken Zuwachsraten hinzu.
In August und September kamen Katrina und Rita - Mit verheerenden Folgen für New Orleans und Louisiana und die Förderplattformen im Golf von Mexiko.
In der Folge der Hurrikans wurde allerdings ein Downtrend bis November eingeleitet.
Für
2006
werden hoch bleibende Ölpreise erwartet. Die OPEC unterstützt mit Ihrer Exportpolitik eine Preislinie bei
55 Dollar pro Barrel.
Mit einem neuen Anlauf auf die beängstigende Marke von
100 Dollar pro Barrel
wird zu rechnen sein.
Auch ist für 2006 eine große Zahl mächtiger Hurrikans mit latenter Bedrohung für die Ölanlagen im Golf prognostiziert.
Wie beeinflusst der hohe Ölpreis die Situation der
Erneuerbaren Energien?
Der fossile Energieträger Erdöl macht uns nur allzu deutlich, wie abhängig unsere westliche Industriegesellschaft von dieser Energiequelle ist.
Der Ölpreis beeinflusst all unsere Lebensbereiche von den Produktionskosten der Konsumartikel angefangen bis zu den Heiz- Treibstoff- Stromkosten und so weiter.
Der hohe Treibstoffpreis schafft schon heute in Deutschland eine
2-Klassen Gesellschaft,
eine die es sich leisten kann und eine andere, die es sich nicht mehr leisten kann.
Wir sind erpressbar von den Ölförderländern und abhängig vom zukünftigen Erdölverbrauch der großen Länder wie den USA und China.
Expertenmeinungen zufolge ist die Zeit des billigen Erdöls vorbei, daran können auch Jubelmeldungen über neue Erdölfunde nichts ändern. Der hohe Erdölpreis ist ein deutliches Warnsignal, dass wir uns so bald als möglich um Alternativen umschauen sollten.
Es ist aber nicht so, dass dies ein großes Geheimnis darstellt, fast täglich finden sich in den Zeitungen Berichte, deren Brisanz nicht zu überbieten ist.
Umso verwunderlicher ist es aber, dass diese Informationen von einem großen Teil der Bürger nicht registriert werden.
Offensichtlich aus der Überlegung
ich bin nicht unmittelbar betroffen
oder
ich kann sowieso nichts dagegen tun.
Dadurch werden wir aber unseren Kindern und Kindeskindern eine völlig andere Situation hinterlassen.
Wer wird dafür die Verantwortung übernehmen?
Die Lösung kann nur darin bestehen
Erneuerbare Energien
sofort
und
im höchstmöglichen Ausmaß
einzusetzen und auf eine kurzfristige, globale Gewinnmaximierung zu verzichten.
Bei einem intelligenten Einsatz Erneuerbarer Energien im Bereich Forschung und Produktion sind diese in der Lage Arbeitsplätze für zukünftige Generationen sicherzustellen.
Sichere Arbeitsplätze für deutsche Bürger,
wann handeln unsere Politiker?
Wir sind bereit zum Handeln!
DRSB
Wir kämpfen seit
1988
für sinnvolle, lernfähige und sichere Rentensysteme sowie für dauerhafte Arbeitsplätze in Deutschland
