magie des gluecks

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky und Hans – Josef Leiting

Düsseldorf, den 14. November 2007

 

Die Magie des Glücks?

Oder der

Ausweg aus dem Glück mit Gewinnwarnung?

 

 

In Großbritannien erzielte vor ein paar Wochen ein Lottospieler den Rekordgewinn von

 

35,4 Millionen Pfund

- 52,3 Millionen Euro -.

 

So viel Geld gewann bisher noch kein britischer Bürger in der Euro – Millions – Lotterie im Vereinten Königreich.

Der glückliche Gewinner hat sich jedoch noch nicht gemeldet und hat 180 Tage Zeit, seinen Gewinn abzuholen.

 

Seine Chance, den Jackpot zu knacken, lag bei 1 zu 76 Millionen.

Das System der Euro – Millions – Lotterie wird unter anderem in

 

Österreich, Belgien, Irland, Spanien und Frankreich,

 

nicht aber in Deutschland gespielt.

 

Der höchste Gewinn ging mit circa

 

114 Millionen Euro

 

vor zwei Jahren an eine Irin.

 

Das „Glücksspiel” Lotto gibt es schon sehr lange und es erfreut sich bei großen Teilen der deutschen Bürger einer wachsenden Beliebtheit.

 

Viele Bürger wissen zwar, wie sie einen Lottoschein ausfüllen müssen, aber sie verstehen oder durchschauen dieses Spiel um das „große Geld” nicht.

 

Wenige Bürger wissen,

wie klein die realistische Chance auf einen Hauptgewinn wirklich ist.

 

Deshalb gibt es auch zahlreiche Mythen und Empfehlungen, wie man seine Gewinnchancen erhöhen kann.

 

Mit der Realität des Glückspiels hat das wenig zu tun.

 

So hält sich hartnäckig das Gerücht, daß die Ziehungswahrscheinlichkeit einer Zahl, die bereits in der letzten Ziehung gezogen wurde, geringer sei als die

 

Ziehungswahrscheinlichkeit

 

der anderen Zahlen.

 

Glaubt man den nüchternen Statistikern, dauert es bei einem wöchentlichen Tipp schlappe

2,7 Millionen Jahre,

 

bis man beim Lottospiel einen Haupttreffer – so genannte 6 Richtige – inklusive der Superzahl trifft.

 

Trotzdem wollen viele deutsche Bürger auf das Glück nicht völlig verzichten und spielen Woche für Woche am Mittwoch und Samstag, „ihr” Lotto.

 

Dabei wird sehr gerne auf die

Relativitätstheorie des Glücks

 

gebaut, dass ja bereits schon einem Krankenpfleger aus Westfalen den deutschen Rekordgewinn von

 

37,6 Millionen Euro

bescherte.

 

Ob nun alt, jung, klein oder groß, arm oder reich:

 

Fortuna schlägt meistens blind und unverhofft zu.

 

Wie aber funktioniert Lotto

eigentlich und was verbirgt sich hinter der Ziehungswahrscheinlichkeit?

 

Wie hoch ist die

Gewinnwahrscheinlichkeit

und wie kann man die Chancen erhöhen?

 

Wer verstehen möchte, wie das Lottospiel funktioniert, muss wissen, was ein zufälliges Ereignis ist und wie Wahrscheinlichkeiten berechnet werden.

 

Dies ist für jeden Bürger einfach zu verstehen, da es sich hier eigentlich nicht um höhere Mathematik handelt, sondern um einfach zu verstehende Zusammenhänge, für die es zudem plastische Beispiele aus der Praxis gibt.

 

Das Lotto – Ziehungsgerät besteht aus einer Trommel, in der sich 49 identische Kugeln befinden, die alle nummeriert sind.

 

Die Konstruktion des Lotto – Ziehungsgerätes stellt sicher, dass alle Kugeln ständig gut durchgemischt werden, so dass es rein zufällig ist, welche Kugel als nächstes gezogen wird.

 

Da es sich um identische Kugeln mit unterschiedlicher Zahlenbeschriftung handelt, wird erreicht, dass bei extrem vielen Ziehungen in Summe alle Kugeln gleich häufig gezogen werden können.

 

Die Bevorzugung einer bestimmten Kugel ist ausgeschlossen.

 

Das Lotto- Ziehungsgerät ist daher nichts anderes als ein einfacher

 

„Zufallsgenerator”,

 

der mit jeder Lotto – Veranstaltung rein zufällige Zahlen im Bereich von 1 bis 49 zieht.

 

Die meisten Bürger glauben es kaum, aber die Angabe der Wahrscheinlichkeit ist sehr leicht möglich:

 

Wenn alles korrekt abläuft,

besitzen tatsächlich alle 49 Kugeln die gleiche Ziehungswahrscheinlichkeit.

 

Es gibt dadurch 49 gleich wahrscheinliche Möglichkeiten, wie jede Lotto – Ziehung ausgehen kann.

 

Die Chance, dass man eine Lottozahl richtig trifft, ist deshalb anfänglich

 

1 zu 49.

 

Es hilft also, zu wissen, dass die Ziehungswahrscheinlichkeit davon nicht abhängig ist, welcher Lotto – Tipp abgegeben wurde, sondern welche Kugel tatsächlich gezogen wird.

 

Wer mehrmals Lotto – Zahlen hintereinander spielt und einen Tipp für alle Ziehungen abgibt, steigert mit jeder Ziehung die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten um den Faktor 49.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass man alle Lotto – Zahlen richtig tippt, sinkt daher mit jeder Ziehung um den Faktor 1/49.

 

Bei beispielsweise 6 Lotto – Zahlen ergeben sich insgesamt

 

49 mal 48 mal 47 mal 46 mal 45 mal 44,

geteilt durch 720 verschiedenen Kombinationen der Reihenfolge in der Ziehung,

also somit

13.983.816 Möglichkeiten.

 

Das bedeutet im Klartext, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man alle Zahlen richtig tippt, circa

 

1 zu 14 Millionen

 

beträgt.

 

Nicht – Lotto – Spieler werden jetzt bestimmt „breit” grinsen, denn sie sparen jede Woche den Lotto – Einsatz.

 

Mindestens 8000 Lottospieler sind aber vermutlich auf ein betrügerisches Angebot der Firma Deutsche System Lotto GmbH hereingefallen.

Die Lotto – Tipper zahlten in der Hoffnung auf Millionengewinne wöchentlich bis zu 700 Euro Spieleinsatz bei der Düsseldorfer Firma ein, die vorgab, die Gelder für eine große Tippgemeinschaft zu verwenden.

Die mutmaßlichen Betrüger versprachen gutgläubigen Bürgern bis zu 125 000 Euro Gewinn, der sogar garantiert sein sollte.

Wie zum Beispiel die Bild am Sonntag berichtete,

sollen die Inhaber aber in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Auf den Firmenkonten stellten die polizeilichen Ermittler 1,5 Millionen Euro sicher.

Immer mehr Bürger stört auch die als aufdringlich bezeichnete Werbung von

Faber – Lotto.

Mit unaufgeforderten Anschreiben und Telefonanrufen sollen deutsche Bürger veranlasst werden, Lotto in der Faber – Gemeinschaft zu spielen.

Viele Bürger haben es schon ausprobiert und hatten keinen Erfolg.

Nach der Durchleuchtung der Faber – Angebote bleibt festzustellen, dass das Tippsystem von Faber kein Veranstalter von Lottospielen ist, sondern lediglich als Vermittler zwischen Lottospielern und den Lottogesellschaften fungiert.

Faber finanziert sich vermutlich über Gebühren und Provisionen.

Auch die extrem aufwendige Werbemaschine, die Faber unterhält, muss finanziert werden und ist wahrscheinlich nicht billig.

Was soll man also unternehmen, um nicht ein so genanntes

„Goldregenopfer”

zu werden?

Der Ausweg aus dem vermeintlichen „Glück” scheint einleuchtend und ist wie immer einfach:

Nicht Lotto spielen!

Wer trotzdem sein „Glück” erspielen möchte, sollte es weiter versuchen und Woche für Woche auf

6 Richtige mit Superzahl

hoffen, denn Fortuna sucht sich ihre Lieblinge

- ohne Gewinnwarnung -

selbst.

 

 

 

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