Die Nachwehen der US Kriege – 28. Februar 2012

Die Nachwehen der USKriege
Teil 110

Entwicklung der islamischen Welt

 

28. Februar 2012

 

Nach dem Abzug der US – Truppen aus dem Irak gehören Sprengstoffattentate in Bagdad, Damaskus oder anderen islamisch geprägten Staaten fast schon zur Normalität.

Die qualitativ höchste Stufe der gewaltsamen Auseinandersetzung wurde aber noch nicht erreicht, denn sie sind der Ausdruck von Volksbewegungen mit einer blutigen Spur.

Ob tatsächlich die Al Kaida – Verschwörer

hinter den Anschlägen stecken, wie in vielen Medien behauptet

wird, kann man von Europa schwer beurteilen.

Die Handschrift des Todes deutet viel eher auf islamistische Urheber hin, denn nur aus diesem Umfeld werden Selbstmordattentate begangen. Eine weitere Stufe der Eskalationen wird nur eine Frage der Zeitachse sein. Ägypten, Marokko, Tunesien, Irak, Lybien und Syrien, wo sich die Auseinandersetzungen zwischen hauptsächlich auf die Veränderung dringende Kräfte zu regelrechten Bürgerkriegen ausweiteten, werden Kontakte zu verlässlichen Verbündeten wie Russland und China geschätzt.

Die Zeiten, in denen man die Islamisten

politisch ins Abseits stellen wollte, sind dadurch bedingt vorbei.

In Ägypten, Marokko, Tunesien, Irak, Lybien und Syrien werden diese Kräfte in Zukunft mitregieren. Ein weiteres Thema im Westen wird noch in diesem Jahr die rasante Reislamisierung der Türkei sein. Wenn es um Europa geht, dann malt zwar Recep Tayyip Erdogan die vermeintlich noch demokratische Türkei in den schönsten Farben aus.

Aber im Kern der Überlegungen

steht Europa oder gar die NATO schon lange nicht mehr.

Russland, China und die meisten islamischen Staaten sind die politische und wirtschaftliche Zukunft der Türkei. Wer heute noch daran zweifelt – der sollte weiter Träumen. Frankreich und Sarkozy haben vorsätzlich ein türkisches Tabu gebrochen und dadurch diese Entwicklung beschleunigt. Premier Erdogan zerrt nun mit allen Kräften den Algerien -Krieg hervor und wird nicht nur in der Türkei auf eine wachsende Schaar von Zustimmern stoßen. Dass man in Ankara an dem eingeschlagenen Kurs festhält, zeigt, wie weit die Türkei schon von Europa entfernt hat.

Auch die Organisation der Hamas sucht eine über Gaza hinaus weitreichende politische Verbindungen und wird diese auch finden. Palästinenser – Präsident Abbas verfolgt zwar ausschließlich eigene Interessen, wenn er die PLO für die palästinensischen Islamisten öffnet. Denn wenn Abbas als PLO – Führer auch die Hamas in Verhandlungen vertritt, kann dies seine Rolle in der arabischen Welt erheblich stärken. Dies könnte womöglich eine neue Chance für Friedensgespräche sein. Vorausgesetzt ist jedoch, dass die USA und Israel so etwas tatsächlich wollen. In Zeiten, in denen die Euroländer in der Europäischen Union darum ringen, durch monetären Zwang zur Gemeinsamkeit den Weg aus der Schuldenkrise zu finden, wirken die Absatzbewegungen der Türkei umso bedrohlicher. Derart nationalistische Töne sind irritierend – aber man hört sie aus dem Munde aller Politiker aus islamisch geprägten Ländern. Gradlinig war die amerikanische Außenpolitik eigentlich noch nie. Doch die angerichteten Schäden in islamisch geprägten Staaten werden in ihrer Wirkung an politischer und gesellschaftlicher Bedeutung gewinnen. Viele Fragen sind zum Beispiel bei der Aufarbeitung einer gemeinsamen Linie noch offen.

Das bleiben auch in diesem Jahr die zentralen Aufgaben.

Das dürften auch die Themen sein, bei denen eine verlässliche deutsche Regierung versuchen muss, mit klugen Worten und Taten verloren gegangenes Vertrauen in unser Land zurückzugewinnen.

Afghanistan liegt da quasi

wie eine große Last auf den Schultern unserer Regierung.

Wollen die Deutschen ihren Frieden mit islamisch geprägten Ländern machen, so müssen wir jede sich bietende Chance nutzen.

 

 

 

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