DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Arbeitsplätze, Kohle und sichere Rente für alle
Kohleverflüssigung – das TOP-THEMA
Meerbusch, den 13. Februar 2006
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Hans-Josef Leiting
Vorsitzender der DRSB Rentenkommission
Der DRSB-Artikel
Viele kleine Zombies lenken uns
hat bundesweit Reaktionen und Nachfragen ausgelöst, die wir in Art und Umfang nicht erwartet haben.
Fragen zum Politiker
Laurenz Meyer
von entsetzten und erstaunten Bürgern, können wir leider nicht beantworten und bitten deshalb darum, direkt mit Herrn Meyer in Kontakt zu treten.
Über die WEBSITE des BUNDESTAGES ist das problemlos möglich.
Die Anfrage-Frequenz zur
Kohleverflüssigung
sprengte jedoch alle unsere bisherigen Erfahrungen, sodass der DRSB e.V. ein Team von
Mathematikern, Ingenieuren, Chemikern und Physikern
kurzfristig zusammenstellte, die sich dieses Themas angenommen haben.
Nachfolgend eine Ausschnitts-Beleuchtung der aktuellen Situation zur
Kohleverflüssigung.
Der Preis-Schock hoher Öl- und Gaspreise trifft seit Jahren Deutschland immer wieder härter als die Konkurrenten auf dem Weltmarkt.
Die deutsche Wirtschaft ist nicht nur von Rohöl- und Gasimporten aus Russland und der OPEC abhängig, sondern muss auch bereits verarbeitetes Heizöl, Diesel, Benzin und Aromate einführen.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von russischen Gasimporten, die sich vermutlich beim nächsten harten Winter ebenfalls verteuern werden.
Deutschland muss zahlen, weil wir keine Alternative haben.
Eine Senkung von Öko- und Mineralölsteuern würde die Belastung nur umverteilen.
Russland, Großbritannien, Norwegen und letztendlich auch die USA dagegen profitieren vom hohen Ölpreis.
Deutschlands Energierechnung ist in 2004, so eine Analyse des Institutes für Weltwirtschaft, um 24 Mrd. Euro angestiegen.
Dagegen sind die Gewinne Deutschlands aus steigenden Exporten in die Ölländer eher gering. Sie betrugen 2004 circa 4 Mrd. Euro, rund ein Sechstel der Zusatzbelastung für Deutschland.
Rächt es sich jetzt,
dass Deutschland seine Kompetenz in der Kohlehydrierung vernachlässigt?
Seit mehr als zwei Jahren sind die internationalen Energie- und Rohstoffmärkte in starker Anspannung. Beim Mineralöl rechnet man mit langfristigen Knappheiten.
Im September 2005 wurden die strategischen Krisenreserven durch die Internationale Energie-Agentur freigegeben.
Die drohende weltweite Verknappung der Mineralölversorgung und hohe Ölpreise verschaffen alternativen Treibstoffen wie Flüssiggas und Biodiesel Auftrieb.
Was aber passiert mit Kohleöl und Kohlegas in Deutschland?
Nach der ersten Ölkrise im Jahr 1974 gab die damalige Bundesregierung den
Anstoß für die Entwicklung moderner Technologien zur Kohleveredlung in der Bundesrepublik Deutschland durch das Rahmenprogramm Energieforschung.
Im Zeitraum 1977 bis 1980 waren 7 Pilotanlagen zur Kohleveredlung in Betrieb gegangen.
Ein im Januar 1980 vorgelegtes Programm zur industriellen Kohlevergasung und
Kohleverflüssigung sah 14 Projekte zur Kohleveredlung in Deutschland vor.
Das Investitionsvolumen sah circa 6.646 Milliarden Euro vor.
Man war sich im Jahr 1980 darüber klar, dass mit diesem Programm nicht kurzfristig die Erdöl- und Erdgasversorgung der damaligen Bundesrepublik verbessert werden konnte.
Mit der Verwirklichung ab Mitte der 80er Jahre erwartete man jedoch einen ständig
wachsenden Beitrag von Kohleöl und Kohlegas zur Energieversorgung.
Nach planmäßiger Realisierung aller Projektvorschläge ging man von einem
Bedarf an
Steinkohle von 12 Mio. t/a und Braunkohle von 10 Mio. t/a
für die Veredlung aus.
Mitte der 80er Jahre fielen alle
Kohleveredlungsprojekte in Deutschland
dem Ölpreiseinbruch zum Opfer und wurden leider nie gebaut, obwohl die gesamte Planung fertig war.
Geplante 700 000 neue Arbeitsplätze konnten nicht geschaffen werden.
Im Jahr 2004
wurde die letzte aktive Pilotanlage zur Kohleverflüssigung in Deutschland abgebaut und nach China verkauft.
Die DMT Deutschen Montan Technologie betrieb seit den 70er Jahren eine kleine Anlage in Essen. Die Produktionsleistung betrug nur geschätzte 200 Kg pro Tag.
Obwohl sie hierzulande entwickelt, ist die Kohleverflüssigung bei uns fast in Vergessenheit geraten.
Anders in Südafrika.
Auf Basis des in Deutschland entwickelten
Fischer-Tropsch-Verfahrens
arbeitet eine industrielle Kohleverflüssigungsanlage der südafrikanischen Gesellschaft
SASOL.
Die ab dem Jahr 1955 gebaute und im Jahr 1982 modernisierte Anlage im südafrikanischen
Secunda
arbeitet in der Zwischenzeit in drei Produktionsanlagen
SASOL 1, SASOL 2 und SASOL 3
rund 175000 Barrel pro Tag Ölprodukte Benzin, Chemikalien und Aromate für ungefähr
25 US-$ je Barrel.
SASOL arbeitete schon vor dem jüngsten Ölpreisanstieg profitabel.
Jeder weitere Anstieg des Rohölpreises um 50% führt bei SASOL zu einem Gewinnanstieg um
65%.
Eine derartige Gewinnmarge sollte alle Bürger auf den Plan rufen.
Entscheidend für den Markteintritt ist allerdings das erforderliche
deutsche Know-how.
Der chinesische Energiekonzern
Shenhua
erstellt > auch mit der Hilfe < deutscher Spezialisten im mongolischen
Majata
den Bau einer Kohleverflüssigungsanlage, die jährlich aus rund
9,7 Mio. t Kohle
rund
5 Mio. t Benzin, Kerosin, Diesel und Aromate herstellen soll.
Die fertige Anlage arbeitet aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen bei einem Rohölpreis von rund 20 US-$ je Barrel wirtschaftlich.
Die Anlage soll im Jahr 2007 den Betrieb aufnehmen und weitere Anlagen nach sich ziehen.
Die chinesische Regierung hält diese weltweit erste Industrieanlage zur direkten Kohlehydrierung nach dem
Bergius-Verfahren
mit einem Investitionsvolumen von circa
2,45 Mrd. Euro
für eine zukunftweisende Energiepolitik und schafft in der Endstufe schätzungsweise
1 Million neuer Arbeitsplätze
in
China.
Ein lukrativer Auftrag für die Hochleistungspumpen für diese Anlage wurde im Juni 2005 an die schwäbische Firma
URACA
vergeben.
Mit dem seit Jahren erforschten Verfahren der Kohleverflüssigung, bei denen je nach Prozess verschiedene flüssige Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel Vergaser- und Dieselkraftstoffe, Methanol als Beimischung zu Benzin oder Kohleöl als Heizmittel hergestellt werden können, ließe sich in Deutschland und der EU die Abhängigkeit vom Rohöl sofort nachhaltig verringern.
Kohle hat von den fossilen Energieträgern die weitreichendsten Vorkommen und steht in Deutschland und der EU
anders als Rohöl
aus großen eigenen Vorräten zur Verfügung.
Beim jetzigen Rohölpreis auf dem Weltmarkt rentiert sich die Kohleverflüssigung nicht nur in
China oder Südafrika.
Auch wenn sich für Deutschland der Weg zur Kohleverflüssigung noch nicht als wirtschaftlich erweist, ist in jedem Falle mit einer global steigenden Nachfrage nach
Steinkohle
zu rechnen.
Sollte der Markt für die Kohleverflüssigung wachsen, schlägt die steigende Kohlenachfrage auch in den Kohlepreisen des Weltmarktes nieder.
Wann in Europa wieder in die Kohleverflüssigung und Kohlevergasung investiert wird, hängt aber nicht allein von der Wirtschaftlichkeit ab.
Wenn die Infrastruktur fehlt und die Erfahrung abgewandert ist, bedarf es zusätzlicher Anreize, um Versäumtes aufzuholen.
Umso wichtiger ist es, die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich bei
uns wieder zu beleben und die mit der
Rohstoffreserve Kohle
verbundene
Option Kohleöl
nicht völlig zu verspielen.
Zur Kohleverflüssigung für die Erzeugung flüssiger Produkte
Benzin bis Schweröl
aus Kohle sind im Wesentlichen zwei Verfahrenswege möglich:
Die direkte Hydrierung der Kohle und die Kohlevergasung mit anschließender indirekter Hydrierung des Synthesegases. Die direkte Kohleverflüssigung wurde im
Jahr 1913 durch Fritz Bergius
Patentiert.
Fritz Bergius erhielt dafür den Nobelpreis.
Die indirekte Kohleverflüssigung über Synthesegas wurde 1925 durch
Fischer und Tropsch
zum Patent angemeldet. Beide Verfahrenswege wurden in Deutschland bis 1945 industriell zur Kohlenhydrierung angewandt.
Heute würden beide Verfahrenswege
neue und zukunftssichere Arbeitsplätze
auf Dauer schaffen.
Arbeitsplätze für deutsche Bürger, die auch gleichzeitig Beitragszahler für die
Deutsche Rentenversicherung
sind.
DRSB
> Wir kämpfen seit 1988 für sinnvolle, lernfähige und sichere Rentensysteme sowie für dauerhafte Arbeitsplätze <
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