DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
„Die Nachwehen der US – Kriege”
- Teil 10 -
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Steuerberater Hans – Josef Leiting
Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 02. November 2007
Washington ist als US – Hauptstadt im Grunde genommen nur ein gigantisches politisches Haifischbecken, in dem
gemauschelt, getuschelt, getürkt,
geschmiedet, verschworen
und sehr oft
gestürzt
wird.
Fleißige und treue Vereinsmitglieder übermitteln dem DRSB e.V. wöchentlich den neuesten Klatsch und Tratsch aus dem Weißen Haus und aus den Polit – Hallen des Kongresses.
Mit mehreren Wahrheitsfindungssystemen versehen lässt sich für interessierte Beobachter ein Extrakt herausfiltern, der dem DRSB e.V. in den meisten Fällen die realen Absichten der Mächtigen quasi vorab mitteilte.
Seit einigen Wochen ist für den DRSB e.V. deutlich erkennbar, dass eine kleine Gruppe von aufrechten Abgeordneten, ein lange vernachlässigtes Kapitel der US – Kriege aufarbeiten möchte.
Im Brennpunkt der Aufarbeitung stehen zwei Themen:
1.
Unterwanderung der besiegten oder besetzten
Länder durch US – Einflussagenten und US – Organisationen.
2.
Die Rolle privater Firmen in den weltweiten US – Kriegen.
Ganz langsam tasten sich tapfere US – Abgeordnete, an ein lange vernachlässigtes und dunkles Kapitel der US – Kriege heran.
Dabei stoßen sie – bei dem Thema – der Unterwanderung von besiegten oder besetzten Ländern in den eigenen Reihen auf erhebliche Widerstände.
Regelmäßige DRSB – Leser kennen die Hintergründe für das Mauern der Mächtigen in den USA.
Wer gibt schon gerne freiwillig zu, dass durch gezielte geheimdienstliche Aktivitäten Bürger in besiegten oder besetzten Ländern massenhaft manipuliert
und zu eigenen billigen und niederen Zwecken missbraucht werden.
Die fragwürdige Rolle privater Firmen in den weltweiten US – Kriegen dagegen lässt sich durch die aktuellen Geschehnisse im Irak und in Afghanistan leichter aufarbeiten und durchleuchten.
Nach der Aufdeckung durch die US – Abgeordneten ergibt sich ein
Bild des politischen Horrors.
Geschätzte 180.000 so genannter
„contractors”
- Söldner -
unterstützen die US – Militärmaschinerie im Irak und in Afghanistan mit Dienstleistungen unterschiedlicher Art:
Sie fahren Versorgungslaster in die gefährlichsten Orte,
sie liefern Lebensmittel und Kriegsausrüstung aller Art,
sie reparieren defekte Wasser- und Elektrizitätswerke,
sie waschen Wäsche und reinigen Waschräume und Latrinen
und
sie verhören sogar Gefangene der US – Armee.
Ohne diese riesige Privat – Armee wären die US – Streitkräfte faktisch kampfunfähig
und / oder müssten Zehntausende reguläre Soldaten mehr in die besetzten Länder senden.
Topkonzerne, wie zum Beispiel die
Halliburton – Tochter
- Kellog, Brown & Root -,
kassieren für diese dubiosen Dienstleistungen Milliarden US – Dollar.
Der ehemalige Chef des Dienstleistungskonzerns Halliburton ist der amtierende
US – Vizepräsident
Richard Cheney.
Allein das US – Außenministerium vergibt an die so genannte Sicherheitsfirma
„Blackwater”
laufend Aufträge im Wert von rund
1 Milliarde
US – Dollar.
Gegen Dutzende der dubiosen „Dienstleister” laufen Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Betrug und überhöhter Preise.
In der Öffentlichkeit werden diese Abzocker des Krieges auch als
coalition of the billing
- Koalition der Abrechner -
beschimpft.
Immer mehr Bürger weltweit stellen sich deshalb die Frage:
Wie privat darf ein US – Krieg eigentlich sein?
Denn diese
„Gewinnler der US – Kriege”
operieren ohne Rechtsgrundlage und führen sich dabei auf wie Rambos.
Vorbei an allen internationalen Kriegs – Regeln und der UNO ist das Interesse an einem frühen Kriegsende für diese Söldner nicht sehr groß.
Schwerbewaffnete Söldner mit dunklen Sonnenbrillen rasen täglich in Konvois aus schwer gepanzerten Fahrzeugen durch irakische und afghanische Städte.
In den meisten Fällen immer auf der falschen Straßenseite.
Diese lebensgefährlichen und verrückten Fahrmanöver nennen diese Rambos
„Gegen den Fluss”
Wer ihnen dabei in die Quere kommt hat keine Chance mehr zu überleben.
Die vorgenanten Fakten sind keine Billig – Szenen aus miesen US – Action – Filmen, sondern grausame Realität.
Nach eigenen Angaben stellt
„Blackwater”
ausschließlich patriotische vollausgebildete Profis ein, die über Kampferfahrung verfügen.
Damit gibt diese Firma offen und schamlos zu, dass ihre so genanten
„schlüsselfertige Lösungen”
für Sicherheitsprobleme aller Art, eigentlich Söldnerdienste sind.
Kommt es zu tödlichen Unfällen oder werden durch
Blackwater – Söldner
unschuldige und unbeteiligte Bürger erschossen, werden die US – Täter innerhalb von maximal 36 Stunden aus dem Irak in die USA ausgeflogen.
Dort bleiben diese Straftäter unbehelligt und werden auch nicht vor Gericht gestellt.
Gemäß dem
US – Dekret Nummer 17
aus dem Sommer 2004 sind Angestellte amerikanischer Sicherheitsfirmen im Irak von jeglicher Strafverfolgung ausgenommen.
Damit genießen diese
„US – Botschafter des Todes”
faktisch Immunität, ähnlich wie US – Diplomaten, denn das US – Außenministerium ist der größte Auftraggeber, auch für die Firma Blackwater.
Bei einer Anhörung des Kontrollausschusses im US – Kongress zum Thema Blackwater kam ans Tageslicht, dass eine gezielte Aufsichtspflicht durch das
US – Außenministeriums überhaupt nicht existiert.
Das nennt man – auch in einer Demokratie -
Anarchie.
Für die amerikanischen Soldaten im Irak gilt diese Sonderregelung nicht. Angehörige der US – Armee können vor ein Militärgericht gestellt werden.
Die Privatisierung der US – Kriege ist und bleibt ein tolles Milliarden – Business, denn in Wahrheit ist der von
George Walker Bush
angekündigte Teilabzug eine Mogelpackung.
Sein zynischer Slogan:
„Return on Success”
„Rückkehr bei Erfolg”
heißt doch im Klartext, dass die USA über seine Amtszeit hinaus im Irak bleiben.
Vor allem aber, um den Irak wirtschaftlich auszusaugen und den Iran und andere arabische Staaten einzuschüchtern.
Unter dem US – Oberkommandierenden im Irak, dem
Vier – Sterne – General
Davis Petraeus
wird es vermutlich noch weitere Truppen – Aufstockungen geben. Damit folgt Bush den militärischen Notwendigkeiten in der Region.
Den in Aussicht gestellten Abzug von bis zu 5 Kampfbrigaden muss der Präsident durchführen, denn sonst müsste die Aufenthaltsdauer der US – Soldaten noch einmal verlängert werden und die Republikaner würden im bevorstehenden Wahlkampf eine schlecht Ausgangsbasis haben.
Mit 15 Monaten ist die Rotation
jetzt schon die längste seit dem Zweiten Weltkrieg.
Derweil protestierten vor dem Weißen Haus US – Bürger für einen baldigen Abzug der
US – Truppen aus dem Irak.
Die Wunschvorstellungen des demokratischen Präsidentschaftskandidaten
Barack Obama,
der bis zum nächsten Sommer 100.000 Soldaten abziehen möchte, erscheinen da recht naiv.
Schon zu Beginn des Irak – Krieges standen zwei Fragen im Mittelpunkt:
Welche Mission verfolgen die USA im Irak wirklich?
Und vor allem – wie lange?
Womöglich wird auch der kommende US – Präsident US – Soldaten im Irak stationieren müssen.
Das prominenteste „Opfer” der US – Desaster im Nahen Osten ist jedoch nach wie vor die
US – Außenministerin
Condoleezza Rice.
Als Condoleezza Rice ihr Amt antrat, galt sie als Hoffnungsträgerin für eine neue und kalkulierbare US – Außenpolitik.
Doch seitdem die Desaster jeden Tag größer werden, hat der
Polit – Superstar,
dem alles leicht zu fallen schien, viel an Glaubwürdigkeit und Glanz eingebüßt.
Rice bemüht sich nach Kräften die Fehler und Ausrutscher ihres Präsidenten zu kaschieren und jettete in den vergangenen 2 Jahren circa 900.000 Kilometer rund um den Globus.
Immer gut gekleidet in figurbetonten Designer – Kostümen mit dazu passenden
Ferragamo – Pumps versucht sie die Contenace zu wahren.
Ursprünglich wollte Condoleezza Rice die amerikanische Außenpolitik neu gestalten und nicht wie ihr Vorgänger Colin Powell, an dem die Entscheidungen vorbei liefen, enden.
Für dieses Ziel steigt Rice schon morgens um 5 Uhr aufs Laufband und spielt abends noch Bach – Sonaten auf ihrem Klavier, wenn sie einsam in ihrem Appartement im Watergate – Hotel sitzt.
Condoleezza Rice
vertritt das Beste, was die USA derzeit auf der politischen Bühne zu bieten haben.
Denn eigentlich weiß es doch jeder, dass die USA in der Region des Nahen Ostens den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit verspielt haben.
Schon seit Jahrzehnten sind die USA kein ehrlicher Friedens – Makler mehr und dazu hat Condoleezza Rice eine Menge beigetragen.
Bereits nur ein Beispiel steht für das Versagen auf der ganzen Linie:
Als 2006 Israel in den Libanon einmarschierte, wovon sprach sie da?
„Von den Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens”.
Und was ist das Ergebnis?
Ein Massenexodus und Desaster!
Heute empfängt man sie, wenn sie wieder auf einer so genannten „Zuhör – Tour” durch die Region ist, mit freundlichem Lächeln, politisch verabschiedet man aber nur luftige Erklärungen.
Und dann wartet man nur noch das Ende ihrer Amtszeit ab.
Zunehmend glauben auch westeuropäische Diplomaten, dass es den USA gar nicht mehr um einen wirklich unabhängigen und demokratischen Staat Irak geht, sondern ausschließlich um die Bodenschätze.
Amerika braucht für diese Ausbeutung die Unterstützung moderater arabischer und westeuropäischer Staaten.
Für das amerikanische Vorgehen im Nahen Osten dient Demokratie nur als Köder.
Für Condoleezza Rice rächt sich jetzt die ergebene Nähe zu ihrem Präsidenten, der sie als Mentor rasch nach ganz oben katapultierte.
Jeder Bürger in den USA weiß es genau:
Als ehemalige Nationale Sicherheitsberaterin trägt Condoleezza Rice einen guten Teil der politischen Verantwortung für den Irak – Krieg.
Vor dem Streitkräfteausschuss des mächtigen US – Senats, saß
„Madam Secretary”,
wie sie nach dem diplomatischen Protokoll angesprochen wird, klein, zerbrechlich, gebeugt und mit heruntergezogenen Mundwinkeln.
So verteidigte sie ihre und ihres Präsidenten Politik, obwohl immer mehr hohe Militärs massiv Kritik übten und weiterhin üben.
Da war kein Zweifel und kein Zaudern an ihren Anweisungen für den Krieg, bis es der
Senatorin
Barbara Boxer
aus Kalifornien zu dick aufgetragen war und es ihr äußerst Böse entfuhr:
„Schließlich haben Sie keine Kinder,
die im Irak getötet werden könnten”!
Madam Secretary wahrte auch dieser Situation die Contenance. Das beherrscht
„Madam Secretary”
nahezu perfekt. Freundlich, unnahbar und undurchschaubar wie immer.
Condoleezza Rice
begann ihre Karriere als Polit – Superstar und wird heute von den eigenen Medien nur noch als gescheiterter
Prototyp des Protegés
des Präsidenten bezeichnet.
Sie stieg hoch und mit ihr die Erwartungen, dass eine neue US – Außenpolitik andere Staaten partnerschaftlich behandeln werde.
Condoleezza Rice
fällt täglich tiefer und mit ihr die Erwartung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika jemals das Ausbeuten und Knechten anderer Länder beenden werden.
Die Nachwehen der verfehlten US – Außenpolitik,
nicht nur im Nahen Osten, werden vermutlich für
amerikanische Bürger der folgenden Generationen
immense negative Auswirkungen haben.
DRSB
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