„Die Nachwehen der US – Kriege“
Teil 104
Kann nur ein Wunder retten?
25. November 2011
Die USA stehen vor dem gravierendsten Gesellschaftswechsel seit ihrem Bestehen. Die seit 2007 von ständig wachsender Arbeitslosigkeit und von einschneidenden Einkommensverlusten bedrohte amerikanische Mittelklasse begreift offensichtlich so ganz langsam die tatsächliche Lage. Die bröckelnde Fassade vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten lässt sich nicht länger aufrechterhalten, was ohnehin seit geraumer Zeit in Europa bekannt ist. Gegen die bedrohliche Misere der US – Wirtschaft helfen nun auch keine Patentrezepte mehr, denn höhere Steuern würden das Gesellschaftssystem noch weiter gefährden. Allen Umfragen nach stellen immer mehr US – Bürger die Kompetenz ihres Präsidenten in Frage. Der überwiegende Teil der amerikanischen Bevölkerung hat Resigniert und glaubt schon heute:
„Jetzt kann uns nur noch ein Wunder retten“.
Absetzbewegungen, wie es viele Vermögende vorhaben, sind der Mehrheit verwehrt. Wohin will man auch ohne Geld und mit ständig schwächer werdenden US – Dollar noch hin gehen? Washington, die Stadt der Staatsdiener, Mediengurus, Lobbyisten und Funktionäre, rüstet sich zum letzten Gefecht. Die Vorzeichen einer tiefen politischen Umwälzung sind nicht zu übersehen. Besonders die politischen Beamte, die noch vor 30 Monaten kräftig an ihren Karriereplänen bastelten, sind zum Absprung aus der Politik bereit. Das monatelang richtungslos dahin schlingernde Land der zurzeit sehr begrenzten Möglichkeiten ist nur extrem schwer zu wiederbeleben. Zielvorstellungen gibt es genug, doch realistische Umsetzungsansätze sind nicht in Sicht. Offen wird die Frage überall diskutiert:
Schafft Obama die Wende zum Besseren noch?
Sogar die Demokraten im Land glauben nicht daran. Und die Republikaner machen ohnehin Barack Obama für das gesamte Desaster verantwortlich. Hält der Trend des Niedergangs an, dann hat der Demokrat im Weißen Haus nicht die geringste Chance politisch zu überleben. Noch immer wollen viele Republikaner nicht an den sich deutlich abzeichnenden Niedergang der USA glauben. Denn noch vor Obama feierte „IHR“ Präsident den vermeintlichen Triumph im Irakkrieg. Der von den Medien als blendender Sieg am Golf dargestellte Krieg, machte Politiker und die Menschen in den USA blind für die Nöte im eigenen Land. Nun herrscht die Angst ums eigene Überleben vor. Denn die Veränderungen in der angeblich vom Ost – West – Konflikt befreiten Welt sind so tiefgreifend, dass die nun allerorts sichtbaren Wirtschaftsprobleme der USA ein Anzeichen einer aufziehenden Weltrezession sein könnten. Der ökonomische Abschwung sowie die anhaltende Wirtschaftsflaute haben längst schon jeglichen Erklärungsversuch einer zyklischen Rezession weggesprengt. Der amerikanische Wohlstandstraum, der von Generation zu Generation steigenden Lebensstandard versprach, wird in naher Zukunft für alle Amerikaner kaum noch in Erfüllung gehen. Für die breite Mehrheit der US – Bevölkerung eine quälende, schier endlose Zeit der Ernüchterung. Die Vernichtung von sicher geglaubten Arbeitsplätzen setzt sich fort und das wirtschaftliche Wachstum wird in immer kürzer werdenden Abständen stagnieren.
Die fehlende Erholung der stark erkrankten US – Wirtschaft verhindert selbst das Zünden von bewährten Aufschwungtreibsätzen, wie zum Beispiel Hausneubauten oder das Ankurbeln von Autoverkäufen. Die außergewöhnlich hohe Schuldenbelastung des Staates, die Belastungen durch die selbst zugedachte Supermachtrolle, die ungesunde Expansionspolitik haben die amerikanische Infrastruktur, das Erziehungswesen sowie das ohnehin schwache Sozialsystem vollkommen ruiniert. Nicht nur seit Ex – Präsident Ronald Reagan wurden die horrende Schulden von Staat, Industrie und Privatpersonen schwerpunktmäßig über Europa finanziert. Nun ist seit 2007 die allgemeine Partystimmung endgültig vorbei. Allein die Zinsenlast aus der gigantischen Verschuldung des Staates frisst geschätzte 30% des Bruttosozialprodukts auf. Dadurch wird der finanzielle Spielraum für notwendige Investitionen in den USA erheblich eingeschränkt. Die USA haben Kapital- und Industriesubstanz ohne Ende vernichtet und können nicht mehr länger davon leben. Nun scheint sich der Glaube in die Globalisierung zu rächen, denn selbst die Mittelklasse, die ehemals hubraumstarke Autos fuhr und protzige Einfamilienhäuser bezahlen konnten, sind durch die US – Finanz- und Wirtschaftskrise total verschuldet. Die meisten Mittelständler können ihren gewohnten Standard nicht mehr halten, selbst wenn Frauen wie Männer in Vollzeitarbeit beschäftigt sind. Das durch wachsende Produktivitätsmängel und De – Industrialisierung verursachte Außenhandelsdefizit der USA nimmt bedrohliche Ausmaße an und kann selbst durch den Verfall des US – Dollars nicht kompensiert werden. Die Wirkung ist kontraproduktiv und camoufliert die wahren wirtschaftlichen Verhältnisse.
Die Banken, Fondsgesellschaften sowie die Industrie werden von den erkennbaren Defiziten stranguliert und suchen verzweifelt nach Überlebenschancen. Hinzu kommt
die Konsumzurückhaltung der Menschen, die in der Regel große Angst um ihre Arbeitsplätze haben. Wo der Kopf nicht frei ist, da lässt die Leistung rapide nach, denn
das Arbeitslosengeld ist zu gering, um damit die laufenden Lebenshaltungskosten oder Schuldendienste zu leisten. So bricht immer schneller das Rückgrat der amerikanischen Gesellschaft, der Mittelstand, in sich zusammen. Das durch dieses Szenario die USA an eine Grenze geführt wurden, an der man alles zu Schrott fährt, dass wird natürlich kein amerikanischer Politiker jemals von zu geben können.
Wer also gewählt werden möchte, muss die Wahrheit verschweigen.
Selbst die größten Optimisten unter den amerikanischen Ökonomen glauben nicht mehr an eine Verbesserung der Konjunkturbewegungen. Sie prognostizieren, dass die wirtschaftlichen Aufschwünge sowie die folgenden Rezessionen – bis auf absehbare Zeit – schwach bleiben und vergleichbar mit der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts sind.
Kann nur noch ein Wunder die USA retten?
