Die Nachwehen der US Kriege – 15. September 2011

Die Nachwehen der USKriege
Teil 102

Die USA

Eine durch und durch schlechte Idee?

 

15. September 2011

 

Was haben die USA falsch gemacht? Sind sie für den Rest der Welt eine unverkennbare Gefahr oder der letzte Anker der westlichen Welt? Wussten die meisten Amerikaner nicht, was die Mächtigen in Washington taten?

Hat man einfach nur weggeschaut, um der Macht willen?

Seit dem Beginn der aktuellen US – Finanz- und Wirtschaftskrise kreisen diese und andere Gedanken durch den europäischen Kontinent. Eine rapide schlechter werdende wirtschaftliche Situation in den USA beflügelt in manchen Köpfen eine bestimmte Art der Endzeitstimmung. Haben wir Europäer den Amerikanern immer die richtigen Fragen gestellt oder stellen dürfen? Europa hat seine wirtschaftlichen Angelegenheiten ein wenig stabiler gehandhabt, sodass heute die Kluft zwischen den USA und dem alten Europa ständig größer wird. Noch vor wenigen Monaten glaubten viele Europäer an die aufrichtigen Ziele der USA, wenn das Wort Demokratie und Menschenrechte fiel. Nun hilft selbst den Kopf in den Sand stecken nicht mehr weiter. Denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Eine sehr alte Weisheit, doch in den USA vermutlich immer noch völlig unbekannt. Als der DRSB über die US – Menschenversuche berichtete, wurde er von allen Seiten mit Dreck beworfen und in böser Form attackiert.

USMenschenversuche?

So etwas perverses, so etwas unmenschliches, so etwas brutales, so etwas machen Amerikaner einfach nicht. „So“ oder „so“ ähnlich bekam der DRSB damals dutzende gleichlautende Briefe aus der ganzen Welt.

Nun stieß 2010 auch die Studentin Susan Reverby vom Wellesley College im US – Staat Massachusetts in dem Archiv auf belastbare Dokumente über US – Menschenversuche.

Warum blieb dieses abscheuliche Handeln solange verborgen?

Wieso fehlten Hinweise auf perverse Menschenversuche?

Ganz einfach:

Eine wissenschaftliche Studie wurde von den verantwortlichen Ärzten John Cutler und seinen Kollegen niemals veröffentlicht. Die Mediziner hatten in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Guatemala rund ahnungslose 1800 Menschen bewusst mit Geschlechtskrankheiten angesteckt, um den neuen Wirkstoff Penicillin zu erforschen. Nach dem Auffinden der Studienergebnisse hat vor Monaten eine Ethikkommission die damaligen Vorfälle untersucht und berichtet von erschreckenden Abläufen sowie grausamen Details.

In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war das Antibiotikum Penicillin ein völlig neues Medikament und rettete Tausende von Leben. Um seine Wirksamkeit gegen weit verbreitete Geschlechtskrankheiten zu testen, griffen US – Forscher zu erschreckenden perversen Maßnahmen. In den Jahren 1946 und 1948 steckten sie geschätzte 1800 ahnungslose Menschen in Guatemala gezielt mit Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten an. Rechtlose Gefängnisinsassen, ausgesuchte Soldaten und psychisch kranke Menschen nahmen – ohne darüber aufgeklärt zu werden, was man mit ihnen tatsächlich vorhatte – an den US – Reihenversuchen teil.

Und nun kommt der moralische Überhammer:

Finanziert wurde die Arbeit durch die US – Gesundheitsbehörde mit freundlicher Unterstützung des CIA und der Genehmigung damaligen Behörden vor Ort. Nach den aktuellen US – Berichten sollen mindestens 83 Menschen während der unmenschlichen US – Experimente ihr Leben gelassen haben. Einige Opfer der US – Forschung sollen die US – Regierung bereits auf Schadenersatz verklagt haben.

Gemäß der eingesetzten US – Kommission haben die Forscher die damaligen ethischen Standards für medizinische Versuche eindeutig nicht eingehalten und müssen sich dieser Tatsache auch voll bewusst gewesen sein.

Lediglich der Wahn der Zeitabläufe?

NEIN, denn der US – Arzt John Cutler, der die Experimente in Guatemala leitete, wirkte zudem auch am sogenannten

TuskegeeExperiment

Im eigenen Land mit. Bei dieser Studie im US – Bundesstaat Alabama, die bis ins Jahr 1972 lief, hielten US – Mediziner Hunderten mit Syphilis infizierten Afroamerikanern wissentlich eine Behandlung vor. Dafür kann man John Cutler nicht mehr zur Rechenschaft ziehen, denn dieser US – Menschenschinder starb 2003. Die Arbeit von John Cutler war aus jeder wissenschaftlichen Perspektive völlig inakzeptabel und medizinischer Schwachsinn [ Aussagen von Medizinern ].

Nun rudern alle in Washington mit einem „Speedboot“ zurück, denn wie oft haben die USA mit gefälschten Beweisen andere Länder beschuldigt, Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben. Die unmögliche menschenverachtende Amateuraktion in Guatemala belegt einen sehr eigenartigen Umgang der USA mit ihren Partnern. Quasi Subversion per verordneter Demokratie? Das wäre verdammt gefährlich, denn Ärzte wie John Cutler laufen womöglich heute noch mit solchen Gedankengut in den USA herum. Wir ernten in Europa seit Jahren eine Menge Lügen, wenn man gezielt die USA nach der Wahrheit fragt. Der fehlgeleitete Korpsgeist in Washington spiegelt uns Europäern eine womöglich nicht vorhandene Ehrlichkeit und zu tiefste Beunruhigung. Was man Washington wie, genau gesagt oder im Schilde führt, darüber lässt man selbst die engsten Freunde im Dunkeln. Nur dadurch ist erklärbar, dass eine politische Wasserstoffbombe nach der anderen produziert wird.

Das Vertrauen in die USA ist keinen Pfifferling mehr wert.

Die natürlichen und wahrscheinlichen Folgen liegen auf der Hand. Eine psychologische Unterminierung der geschlossenen Bündnisse wird ohne Frage den bisherigen Status der USA nachhaltig zerstören. Wir werden im alten Europa also noch jede Menge Ärger kriegen und ein Teil der amerikanischen Suppe auslöffeln dürfen. Derweil sind die Mächtigen in den USA nach besten Kräften bestrebt, ihr vermeintlich demokratisches System zu zerstören. Darin haben die Amerikaner eine ganz eigene Kultur, sodass wir uns in Europa mit einer Zuschauerrolle begnügen müssen. Denn was man in Washington unter dem Begriff Bündnistreue versteht, ist im Kern eine Kameradschaft mit Scheuklappen.

Es passiert vermutlich noch in diesem Jahrhundert:

Eines Tages werden die Vereinigten Staaten von Amerika nicht mehr da sein. Auf gefährliche Art und Weise wird man sich von der Weltbühne verabschieden müssen. Die Europäer gehen schon heute kein großes Risiko mehr ein, wenn man sich langfristig umorientiert. Denn zurück bleiben wird ein betrogener Betrüger. Washington ähnelt immer mehr einer großen Schwatzbude, die nichts zuwege bringt. Lange Jahre konnte oder wollte man darauf keine Antworten geben. Heute geben die USA antworten auf politische und wirtschaftliche Fragen, die niemand gestellt hat. Die Beweisführung ist wie immer dünn. Rechtfertigungsversuche bei anhaltenden Misserfolgen werden dann auf der politischen Bühne zur Routine. Nie etwas zugeben, alles abstreiten und alles besser wissen – diese amerikanische Formel hat weltweit ausgedient. Die USA sind an einem Tiefpunkt angelangt, wo der Präsident sein Volk nicht mehr hört und die Sorgen und Nöte der Menschen in seinem Land nicht begreifen kann. Republikanische Politikerinnen wie Palin oder Bachmann sind nur eine vorrübergehende Erscheinung und belegen lediglich die tiefe Verzweiflung der Menschen in den USA.

Die USA sind keine durch und durch schlechte Idee, aber es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass vieles in Zukunft besser gemacht werden muss. Denn diesmal hat man sich selbst einer ökonomischen Schock – Behandlung unterzogen. Wirkmächtig und mit einem katastrophalen Ergebnis. Quasi eine Psycho – Folter durch das eigenen System der ungezügelten Marktwirtschaft.

 

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