Japanische Plattentektonik
Droht durch Hamaoka Tokio der MEGA – GAU?
12. April 2011
Japan liegt im Schnittstellenbereich von 5 tektonischen Platten. Die Eurasische Platte, die Pazifische Platte, die Philippinische Platte, die Indisch – Australische Platte sowie die kleinere Karolinen – Platte stehen den Experten zufolge nach wie vor unter erheblichen Spannungen. Unsere japanischen Freunde müssen also in regelmäßigen Abständen mit stärkeren Erdbeben rechnen. Die japanische Präfektur Shizuoka liegt südwestlich von Tokio und gibt im Jahresrhythmus eine Erbebenbroschüre heraus. Man bereitet sich seit Jahren auf ein Starkbeben vor, dass nun schon seit 25 Jahren erwartet wird. Dieses so genannte
Tokai - Beben
soll auf der nach oben offenen Richterskala den Wert 9 übertreffen. Die Situation hat sich seit Fukushima also nicht verbessert, denn gleich 4 tektonische Platten stoßen an der japanischen Hauptinsel Honshu zusammen. Die Pazifische – Platte und die Philippinische – Platte kollidieren, dadurch wird die Pazifische Platte in die Tiefe gedrückt. Das letzte Beben ereignete sich am so genannten Japan – Graben und ließ auf einer Länge von circa 300 Kilometern sowie in einer Breite von rund 120 Kilometern die Pazifische – Platte geschätzte 20 Meter nach Osten vorrücken. Bedingt durch diese gewaltigen Kräfte haben sich auch die Spannungen am südlicher gelegenen
Nankai - Graben
erhöht. Weltweit versuchen deshalb Seismologen das tatsächliche Gefahrenpotential auszurechnen. Denn dass von diesem tektonischen Abschnitt Gefahren ausgehen, konnte der japanische Seismologe
Katsuhiko Ishibaschi
schon 1976 herausfinden und eindrucksvoll beweisen. Das gesamte Tokai – Segment scheint demnach sogar von Domino – Effekten bedroht zu sein. Quasi rund alle 110 Jahre ereignen sich im Tokai – Segment Starkbeben. Gemäß den Aufzeichnungen war das zuletzt im Jahr 1854 der Fall. Davor haben stärkere Erdbeben 1707, 1605 und offensichtlich auch im Jahr 1498 die Region erschüttert. Ein erneutes
Tokai - Beben
ist rein rechnerisch längst überfällig. Über die verheerenden Auswirkungen eines zu Recht befürchteten Tokai – Bebens wird in Japan bereits seit mehr als zwanzig Jahren heftig diskutiert. Sollten die verhakten tektonischen Platten in Bewegung geraten, dann rechnet der japanische Katastrophenschutz mit mehr als 10.000 Toten, rund 60.000 Verletzten sowie mindestens 200.000 bis 250.000 zerstörten Wohn- und Geschäftsgebäuden. Da die zu erwartenden tektonischen Aktivitäten im Meer liegen, vermutet man zusätzlich eine Tsunamiwelle von mindestens 10 Meter Höhe. Die Metropole Tokio liegt lediglich 120 Kilometer davon entfernt und dürfte mit voller Wucht von einen Erdbeben sowie von der Tsunamiwelle indirekt bedroht werden. Diese Werte können in der Präfektur Shizuoka eingesehen und abgerufen werden. Es ist deshalb ein Gerücht, dass unsere japanischen Freunde nicht gegen Atomkraftwerke protestieren. Bei insgesamt 54 Reaktoren in Japan verteilt sich landesweit diese Protestwelle. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Japaner aus Respekt und Höflichkeit stets zurückhaltend agieren. Obwohl die Politiker die zwingende Notwendigkeit der Atomenergie seit Jahren massiv kommunizieren, ist die Mehrheit der Menschen in Japan gegen den Einsatz von Atomkraft. Nach Fukushima fordern immer mehr Menschen die sofortige Abschaltung aller Reaktoren, denn zum Beispiel das Atomkraftwerk
Hamaoka
liegt direkt in der gefährlichen Zone der tektonischen Plattengrenzen. Der erfahrene japanische Seismologe
Katsuhiko Ishibaschi
warnte bereits 2004 sogar in der englisch – sprachigen
Japan Times
Vor den unkontrollierbaren Gefahren vom AKW Hamaoka. Katsuhiko Ishibaschi hält das Atomkraftwerk für genauso gefährlich wie einen fehlgeleiteten Selbstmordattentäter mit einem Bombengürtel. Nach Fukushima setzt der AKW – Betreiber von Hamaoka, die
Chubu Eletric Power
Gesellschaft, auf verstärkte Wahrnehmungssteuerung und versucht die japanische Bevölkerung zu beruhigen. Angeblich soll das Atomkraftwerk Hamaoka ein Beben in der Stärke von 8,5 aushalten. Fakt ist jedoch, dass im Jahr 2009 ein Erdbeben von „nur” 6,4 einen der fünf Reaktoren so schwer beschädigte, dass der AKW – Betreiber
Chubu Eletric Power
erst 18 Monate später den stark beschädigten Reaktor wieder langsam hochfahren durfte. Das erwartete starke Erdbeben im der Tokai – Region könnte vermutlich das Atomkraftwerk
Hamaoka
völlig zerstören und dadurch die noch andauernde Katastrophe vom Fukushima in den Ausmaßen um ein vielfaches übertreffen. Da in und um Japan herum die Geologie im besonderen Maße kompliziert sowie verworren ist, lässt sich derzeit selbst von Seismologen vor Ort nur schwer prognostizieren, wann, wie sowie in welchem Ausmaß die Katastrohe stattfinden wird, denn alle Beben in der letzten Zeit haben sicherlich etwas miteinander zu tun. Wenn im dicht besiedelten industriellen Ballungsgebiet zwischen Tokio, Nagoya und Osaka ein Atomkraftwerk außer Kontrolle gerät, dann geht die japanische Wirtschaft, nach Jahren der zum Teil unverschuldeten Deflation, blitzartig zu Grunde. Die japanische Plattentektonik lehrt uns also, dass das Atomkraftwerk
Hamaoka
keine 100 Kilometer von dem zu erwartenden Epizentrum des nächsten Starkbebens entfernt liegt. Sofortiges Abschalten könnte also Menschenleben in der gesamten asiatischen Region retten. Die
Eurasische Platte, die Pazifische Platte,
die Philippinische Platte, die Indisch – Australische Platte
sowie die kleinere
Karolinen – Platte
werden auch in Zukunft nicht zu kontrollieren sein.
