erster offener brief an frau lucia schneiders adams

DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

 

DRSB e.V. Ikenstr. 8 40625 Düsseldorf

Frau

Lucia Schneiders – Adams

KAB Deutschlands e.V.

 

Bernhard – Letterhaus – Str. 26

D – 50670 Köln

 

 

Düsseldorf, den 01. November 2007

 

 

 

Erster offener Brief an

Frau Lucia Schneiders – Adams

KAB Deutschlands e.V.

 

 

Das Rentenmodell der katholischen Verbände

 

 

Sehr geehrte Frau Schneiders – Adams,

 

am Abend des 25. Oktober 2007 stellten Sie das Rentenmodell der katholischen Verbände im Maxhaus in Düsseldorf vor.

 

Glaubt man Ihren Worten, findet dieses Modell die volle Unterstützung folgender katholischer Verbände:

 

KAB DEUTSCHLANDS e.V.

Familienverbund der Katholiken Bundesverband

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands

Katholische Landvolkbewegung Deutschland

 

Die vorgenannten Verbände werden auch als die Herausgeber des Rentenmodells bezeichnet.

 

Dieses Drei – Stufen – Modell mit der vielsagenden Bezeichnung:

 

Modell für ein familiengerechtes

und solidarisches System der Alterssicherung

in der Bundesrepublik Deutschland

 

besteht aus:

Sockelrente

Arbeitnehmerpflichtversicherung

Betriebliche und private Altersvorsorge

 

Das bestehende invalide gesetzliche und private Rentensystem soll mit dem vorgestellten Modell lediglich um eine Variante erweitert werden, in dem eine so genannte

„Sockelrente”

 

vorangestellt wird.

 

Die Finanzierung der so genannten Sockelrente soll durch eine Beitragserhebung in Höhe von

5,5 %

 

der positiven Einkünfte aus allen 7 Einkunftsarten erfolgen.

 

Beitragspflichtig sollen alle Erwerbstätigen, also Arbeitnehmer, Selbständige und Beamte werden.

 

Dieser Beitrag ermöglicht nach der Vorstellung des KAB – Rentenmodells, dass die deutschen Bürger eine monatlichen Sockelrente in Höhe von

 

410,00 Euro

 

erhalten können.

 

Erst in der geplanten 2. Stufe erfolgt auf Basis der „bewährten” gesetzlichen Rentenversicherung eine Versorgung nur für alle Arbeitnehmer.

 

Das System der gesetzlichen Rente ist,

 

schenkt man unkritisch Ihren Worten Glauben,

 

absolut zukunftssicher, weil nach Ihrer Logik die Rente bisher immer pünktlich gezahlt wurde.

 

Die vorgenannte Behauptung wurde von Ihnen nur noch durch die Aussage getoppt, dass die Schwäche der gesetzlichen Rentenversicherung nicht an der demographischen Entwicklung, sondern vorrangig an dem Rückgang sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse liegt.

 

Der zynische Vorschlag eines generellen Rentensplittings für Ehegatten lässt darüber hinaus die Vermutung zu, dass der Darmstädter Prof. Hans – Adalbert Rürup „beratend” zur Seite gestanden haben könnte, denn auch Prof. Rürup forderte bereits Anfang 2006 die

 

Abschaffung der Witwen- und Waisenrente.

 

Der Hauptgrund für den

 

asozialen Rürup – Vorschlag

 

ist, dass das nach ihm benannte private Rentenmodell unvererblich gestaltet wurde.

 

Mit dem

„KAB – Rentensplitting”

 

werden in einer Ehe die Ehepartner generell schlechter gestellt als bisher.

 

Das

„KAB – Rentensplitting”

 

widerspricht somit allen christlichen, ethischen und moralischen Vorstellungen, weil durch dieses

„KAB – Rentensplitting”

 

jede Ehe in Deutschland von Anfang an als geschieden angesehen wird.

 

Nach geltendem deutschem Recht wird ein Rentensplitting aber erst bei einer Scheidung durchgeführt.

 

In der 3. Stufe sieht Ihr Rentenmodell eine private und betriebliche Altersvorsorge vor.

 

Da Sie in Ihren Unterlagen nichts Näheres ausführen, wird davon auszugehen sein, dass Ihre so genannte 3. Stufe der Alterssicherung ausschließlich auf den invaliden Riester – und Rürup – Modellen basieren soll.

 

Inwieweit Unvererblichkeit und Zwangsenteignung zugunsten von Versicherungskonzernen mit christlichen Werten in Einklang zu bringen sind, sollten Sie mit den katholischen Verbänden nochmals eingehend erörtern.

 

Ihr Modellelement der so genannten

 

„Sockelrente”

gleicht damit einer Art finanzieller

 

„Unterlegscheibe”

 

für das bestehende invalide System der gesetzlichen Rentenversicherung. Womöglich will man damit, zumindest für eine gewisse Zeit, die wachsenden Schwächen der untergehenden gesetzlichen Rente tarnen.

 

Der anfänglich angestrebte Beitragssatz von

 

11,5 %

 

würde nur in den ersten Jahren ausreichend Finanzmittel erwirtschaften, damit das bestehende invalide gesetzliche Rentensystem – für kurze Zeit – am Leben erhalten werden kann.

 

Höchstwahrscheinlich soll mit diesem Modell nur Zeit geschunden werden, um von den tatsächlichen Problemen der deutschen Alterssicherungs – Systemen gezielt abzulenken.

 

Bezahlen müssen die verdeckten Beitragserhöhungen von 5,5 %, für das

KAB – Rentenmodell, ohnehin alle deutschen Bürger.

 

De facto ist diese Sockelrente nur eine neue Steuererhebung für alle Deutschen und wirkt gleichzeitig noch als verdeckte Beitragserhöhung für alle Arbeitnehmer.

 

Wo bleibt da in Ihren asozialen Rentenmodellen

die solidarische Beteiligung von deutschen Unternehmen?

 

Auf solche Fragen

einer solidarischen und kollektiven Verteilung der Rentenlasten sind Sie in Ihrem Modell erst gar nicht eingegangen.

 

Mehrfach stellten Sie in Ihrem Vortrag heraus, dass die vorgestellten Konzepte vom

 

„IFO – Institut”

 

in München begleitet werden und die Verlaufsdaten über Beitragssätze und Rentenerwartungen bis ins Kalenderjahr 2050 wissenschaftlich exakt vorausberechnet wurden.

 

Der Linksunterzeichner wies Sie auf die wissenschaftlichen Ausarbeitungen des

 

Prof. Raffelhüschen

 

hin, der ebenfalls vorgibt, in der Lage zu sein, exakte Vorausberechnungen des Bruttosozialproduktes über einen Zeitraum von 100 Jahren vorzunehmen.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass der rührige und emsige Professor auch als Berater für die

 

INSM Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

 

tätig ist. Die INSM soll wiederum sehr eng mit dem IFO – Institut München kooperieren.

 

War womöglich der

Freiburger Prof. Raffelhüschen auch hier mit seinen „Weisheiten” für dieses neuerliche Rentendebakel zu Diensten?

 

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, veröffentlichte der DRSB e.V. mit der

 

Initiative 20 / 70

 

bereits im Kalenderjahr 1989 praktikable Lösungen für sinnvolle, gerechte und nützliche Altersvorsorge – Systeme mit den

 

DRSB – Versorgungswerken.

 

In der Diskussionsrunde wies Sie der Linksunterzeichner mehrfach darauf hin, dass die damaligen Berater von Altbundeskanzler Konrad Adenauer vor der Einführung des Umlagesystems warnten, weil ein solches System nur maximal 40 Jahre halten könnte.

 

Gemäß Ihrer Meinung wurde das Umlagesystem nach dem 2. Weltkrieg deshalb eingeführt, weil angeblich kapitalgedeckte Renten – Systeme nach dem

1. und 2. Weltkrieg völlig versagt hätten.

 

Der DRSB e.V. empfiehlt Ihnen deshalb, einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen:

 

Kapitalgedeckte Systeme für eine gesetzliche Altersvorsorge

hat es in Deutschland nicht gegeben.

 

Damit auch für Sie in Zukunft historische Ausrutscher vermeidbar bleiben, empfehlen wir das Studium der DRSB – Artikel.

 

Es bleibt sicherlich das Geheimnis der Veranstaltung, warum ein Landespolitiker wie Peter Preuß zu einem bundespolitischen Thema Stellung nehmen sollte.

 

Da in der KAB – Broschüre kein Name eines Verfassers zu finden ist, stellt sich die Frage:

Von wem wurde das

KAB – Rentenmodell der katholischen Verbände konzipiert?

 

In der KAB – Broschüre steht lediglich:

 

>>> Freiburg, im April 2004 <<<.

 

Keiner der aufgeführten katholischen Verbände hat seinen Sitz in Freiburg.

 

Werden womöglich

gutgläubige und rechtschaffende Katholiken für die billigen und niedrigen Ziele der

Mächtigen in Deutschland missbraucht?

 

Verstecken oder tarnen sich womöglich die neoliberalen Heilsbringer

 

Professor Rürup oder Professor Raffelhüschen

 

hinter den katholischen Verbänden?

 

Versuchen sich möglicherweise diese selbsternannten

 

„Renten – Experten”

 

erneut mit unbrauchbaren Ideen und Vorschlägen zu profilieren?

Ihrer geschätzten schriftlichen Rückantwort sehen wir deshalb mit Freude und Spannung entgegen.

 

Mit freundlichen und besten Grüssen aus Düsseldorf

Ihr

Ihr

 

 

 

 

Udo Piasetzky

Hans – Josef Leiting

Vorstandsvorsitzender

Steuerberater und Vorsitzender

DRSB e.V.

Rentenkommission DRSB e.V.

 

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